19. Feb, 2017

Wetterkapriolen!

Vor weniger als einer Woche schlugen wir uns in der Gegend von Sydney noch mit Tempera-turen von knapp 40 Grad herum. Heute wären wir froh, wir hätten nur annähernd die Hälfte davon. Gut 1’000 Kilometer südlich von Syd-ney, beim Wilsons Promontory Nationalpark, am südlichsten Punkt des australischen Konti-nents, sinken die Tagestemperaturen heute auf maximal 10 Grad.  

Verantwortlich dafür ist ein im Südosten, län-ger anhaltendes Tief, das einigen Regen mit sich bringt. Im Radio hören wir, in den Bergen nord-östlich von Melbourne, auf einer Höhe von 1'600 Metern, soll es sogar schneien. Vor vier Tagen hätten sie hier in Yanakie, wo wir uns gestern abend auf einem Campingplatz einquartierten, nur noch vier Grad plus gehabt, sagt uns der Besitzer des Campgrounds. Brrrrrrrrrrrr!

Da war es ja in der Antarktis - zumindest gefühlt – noch wärmer! Wenn das so weitergeht, dann packen wir bald einmal unsere schönen, roten Antarktis-Parkas wieder aus. Dieses wechselhafte Wetter hat aber auch was Schönes. Diese tolle Wolkenstimmung mit doppeltem Regenbogen konnte ich heute abend am Meer, direkt beim Campground, aufnehmen (s. Foto).

Soweit, dass wir unsere Parkas auspacken müssen, dürfte es dann doch nicht kommen. Denn laut Wetterbericht steigen bereits morgen die Temperaturen wieder an. Und ab Dienstag, d.h. über-morgen soll es in der Gegend von Melbourne und Adelaide mit über 25 Grad und viel Sonne wie-der sommerliche Werte geben. Und dies voraussichtlich für einige Tage.

Fakt ist: Überall wo wir hinkommen, sprechen die Einheimischen von einer aussergewöhnlichen, noch nie dagewesenen Wettersituation. Bereits am 10. Februar schrieben die Sydneyaner in ih-ren Medien vom heissesten Februar seit über 150 Jahren. Und im Südosten Australiens könnte der Sommer 2017 als einer der nassesten und wohl auch kältesten in die Geschichte Australiens eingehen. So oder so, das «Modewort» Klimaerwärmung ist in Australien längst in aller Munde. Und gebrauchen tun die Australier dieses Wort - ähnlich gerne, wie wir Europäer - bei fast jeder aussergewöhnlichen Wettersituation auf ihrem Kontinent.