15. Mrz, 2017

Wieder einmal heisst es auf Wiedersehen sa-gen. Australien hat uns auch bei unserem drit-ten Besuch in seinen Bann gezogen. Wenn wir auswandern würden, was wir wohl nie tun werden, zu schön ist es in unserer Heimat, dann wäre Australien bestimmt ein Land, das weit oben auf unserer Wunschliste stünde. Ausgewanderte Schweizer, mit denen wir uns in den letzten acht Wochen übers Auswan-dern unterhielten, haben unser positives Bild von Australien nur noch zusätzlich verstärkt.

Unser treuer Begleiter, unser BRITZ-Campervan, mit dem wir auf dem australischen Festland in gerademal fünf Wochen 4'600 Kilometer zurückgelegt haben, haben wir heute mittag unfallfrei und ohne Schaden und Kratzer dem Autovermieter zurückgebracht. Es ist jetzt 17.00 Uhr. Wir sitzen in einem Restaurant am internationalen Flughafen von Sydney und «spachteln» asiatisch, während in Europa langsam der Tag anbricht (07.00 MEZ). Unser Flug MH140 nach Kuala Lumpur mit Anschluss nach Myanmar (Burma/Birma) geht erst um 22.15 Uhr. Wir haben noch so viel Zeit. Zeit um die letzten Berichte zu schreiben; Zeit um noch ein paar E-Mails zu beantworten und viel Zeit zum Abschied nehmen.

Wir brechen auf. Myanmar – wir kommen! Am Flughafen von Yangon werden wir morgen mittag auf Kerstin und Jessica treffen. Mit ihnen haben wir vor knapp drei Jahren bereits eine Wander-reise auf Madeira und letzten Sommer - zum Start unserer Weltreise – Wanderferien auf den Azoren gemacht.  

So schön wie es ist zu zweit unterwegs zu sein, so spannend, abwechslungsreich und unterhalt-sam ist es, wenn man noch weitere nette Begleitung hat. Auf diese drei Wochen mit Kerstin und Jessica freuen wir uns ganz besonders.

12. Mrz, 2017

Schon komisch, von der weltgrössten Reise-Community Tripadvisor bewertet, schaffte es 2016 kein einziger australischer Strand unter die zehn schönsten Strände der Welt. Dabei kann Australien mit mindestens eintausend der schönsten Strände dieser Erde aufwarten. Ein paar davon haben wir Dir bereits in unse-ren Berichten beschrieben und mit Fotos do-kumentiert.

Gründe, wieso es kein einziger australischer Strand unter die Top 10 geschafft hat, gibt es gleich mehrere. So sind doch viele dieser einzigar-tigen Strände keine wirklich idealen Badestrände. Entweder sind die Wellen zu hoch oder/und das Meer ist ganzjährig zu kalt und daher zum Baden wenig einladend (Victoria, South Australia und Tasmanien). Und wo es so richtig schön und angenehm warm ist und die Brandungswellen von vorgelagerten Riffen (Great Barrier Reef) aufgehalten werden (Queensland und Northen Territory), da lauern im Wasser Gefahren, wie Haie, Quallen oder auch Krokodile, welche einem den Badespass vermiesen können. Und so kommt es, dass diese perfekten australischen Strände, die wunderbaren Küsten und das türkisblaue, glasklare Meer vermutlich eher mit einzigartigen Surf- und Tauchparadiesen, als mit Traumstränden verbunden werden. Anders kann ich es mir einfach nicht erklären, wieso es von den tausend schönsten australischen Stränden dieser Welt es keiner unter die Top 10 geschafft hat. Übrigens: einer dieser tollen Strände ist der weltbe-rühmte Bondi Beach bei Sydney (s. Foto und Fotoalbum).

Von Narrabeen, etwa 25 Kilometer im Norden von Sydney’s City, machen wir heute mit Bus und Fähre einen weiteren Ausflug in die Stadt. Das Wetter ist wunderbar sommerlich warm (ca. 29 Grad). Unser Ziel: Bondi Beach. Vor ziemlich genau 26 Jahren starteten wir zu unserer ersten grossen Weltumrundung. Nach Indien und Südostasien erreichten wir im Spätsommer 1991 mit dem Flugzeug Sydney. Erinnerungen an diese Zeit sind zwar nur noch bruchstückhaft vorhanden. Trotzdem, überall wo wir heute hinkommen - Orte, wo wir schon einmal waren und wir prägende Erlebnisse damit verknüpfen - werden wieder Erinnerungen wach. Wie z.B. als wir in Sydney auf einem grossen Parkplatz am Kingscross (die Strassenbezeichnung und den Platz gibt es immer noch) von einem «Touri» einen alten Holden Panelvan erstanden haben. Das Auto war schnee-weiss und hatte die Form eines Leichenwagens. Vorne gab es eine grosse, durchgehende Bank und dahinter eine Ladefläche auf der sich eine breite Matratze befand. Ich weiss noch, die Mat-ratze beeindruckte uns sehr. Vermutlich mehr als das Rest des Autos. Das Auto war gross genug, damit zwei Personen problemlos darin schlafen konnten. Hinten hatte der Holden eine riesige Heckklappe.

Mit Autos ausgekannt haben wir uns damals nicht und kennen wir uns auch heute nicht wirklich aus. Der Unterschied zu damals ist: Heute kaufen wir nicht, sondern mieten uns ein Auto. Und dies in der Regel von einer renommierten Autovermietung. Und da kann man davon ausgehen, dass sich das Mietfahrzeug in einem guten Zustand befindet. Das Auto für das wir uns 1991 entschieden hatten und das uns gerade mal eintausend australische Dollar (rund SFr. 900.00) kostete, von dem konnten wir nicht erwarten, dass es in einem Topzustand war. Und so war es dann auch.

Dennoch, mit diesem Holden legten wir in rund drei Monaten über 12'000 Kilometer zurück. Nach mehreren Pannen und Reparaturen mussten wir schliesslich am Ende froh sein, von einem Autoverwerter hier in der Gegend von Sydney, für den Holden noch 250.00 Dollar bekommen zu haben. Ich kann mich noch gut erinnern, dass am Ende der Motor fast mehr Öl verbrauchte, als Treibstoff und wir das Öl am billigsten im Woolworth – einer australischen Einkaufskette à la Aldi -  gleich literweise kauften. Kraft hatte der 8-Zylinder-Motor kaum noch. Lief er doch höchstens noch auf der Hälfte seiner Zylinder.

Und jetzt sind wir wieder hier am Bondi Beach. Dort, wo einst unser Australienabenteuer begann; dort wo wir vor unserem Autokauf die ersten Tage in einer Jugendherberge nächtigten, Zeitun-gen am Kiosk kauften, Autoinserate studierten und bei kühlem und windigem Frühlingswetter am menschenleeren Bondi Beach spazieren gingen. Während wir heute den jungen und sportlichen Surfern und dem regen Strandleben zusehen, schwelgen wir in Erinnerungen an Zeiten, als Alles noch ein Bisschen anders war.

Wir haben uns verändert, aber auch Sydney hat sich verändert. So war Sydney damals bedeutend kleiner und weniger busy (geschäftig). Aus der Drei-Millionen-Stadt von damals ist heute eine knapp Fünf-Millionen-Metropole geworden. Doch im Gegensatz zu anderen Millionenstädten – ich denke da besonders an die Mega-Metropolen Chinas – hat Sydney trotz Wachstum und viel Verkehr immer noch einen unverwechselbaren Charme bewahren können.

11. Mrz, 2017

Seit gestern abend sind wir wieder zurück in Sydney. Genau genommen im nördlichen Aus-senbezirk Narrabeen, wo es einen - leider einer der ganz wenigen - Caravanplätze im Grossraum Sydney gibt. Dafür ist der Caravan-platz sehr gross, gut ausgerüstet und direkt am Meer, sowie einer Lagune mit Salz- und Süsswasser gelegen, wo man ganz gut baden kann.

Unsere letzten fünf Tage Australien wollen wir aber vor allem damit verbringen, Ausflüge in die City zu machen und zu schauen, was sich in den letzten 26 Jahren - als wir in Sydney zum ers-ten Mal australischen Boden betraten - sich so alles verändert hat.  

Als wir vor gut sechs Wochen nach Sydney kamen, haben wir uns am Flughafen je eine dieser Opalkarten gekauft (s. Foto) und diese mit je zehn australischen Dollars geladen. Wer in Sydney den ÖV brauche, der müsse unbedingt eine solche Karte haben, sagte man uns damals am Flug-hafen. Also haben wir dies getan und sind danach mit einem Flughafenbus ein Stückweit in die Stadt gefahren. Die Opal-Karten behielten wir.

Und genau diese Opal-Karten können wir diese Tage in Sydney wieder gut gebrauchen. Auf un-serem Caravanpark in Narrabeen erklärt man uns nun erstmals so richtig, wie die Karten funktio-nieren und was man damit alles machen kann.

So kosten Fahrten mit dem öffentlichen Verkehr (Züge, Busse und Fähren) im Grossraum Sydney, auf einem Netz das grösser ist als die ganze Schweiz, pro Tag höchstens 15 Dollar (11 Euro). An Sonntagen sogar nur 2.50 Dollar. Senioren, Behinderte und Kinder bezahlen den halben Preis. Da-neben gibt es noch eine ganze Anzahl weiterer Ermässigungen, sowie Monats- und Jahreskarten. Die Karten lassen sich an Automaten einfach aufladen. Das System ist so simpel und einfach, dass es keine Kontrolleure mehr braucht. So steigt man beim Bus vorne ein, hält die Karte auf ein Le-segerät und stempelt ein. Ein akustisches und visuelles Signal zeigt dem Busfahrer an, dass die Karte (genügend) geladen ist. Beim Aussteigen wird auf dieselbe Weise ausgestempelt. Je nach Distanz die man zurückgelegt hat, wird nun der entsprechende Betrag auf der Karte abgebucht. Dies funktioniert beim Zug und den Fähren auf ähnliche Art und Weise, wie beim Bus. Wer das Tagessoll von z.B. Dollar 15.00 werktags oder sonntags Dollar 2.50 erreicht hat, dem wird auf den restlichen Fahrten am Tag nichts verrechnet. D.h. man fährt dann gratis.

Wir finden, das ist ein super System zur Vereinfachung, Vergünstigung und Förderung des öffen-tlichen Verkehrs. Übrigens: in Perth (Westaustralien), sagt uns ein seit 11 Jahren ausgewandertes Schweizer Ehepaar, sei in der ganzen Stadt der öffentliche Verkehr kostenlos. Das System mit die-ser Opal-Karte und die Art und Weise wie die Australier in ihren Ballungszentren den öffentlichen Verkehr verbilligen und fördern ist uns ein grosses BRAVO wert!

9. Mrz, 2017

Wie so oft hatte der Wetterbericht auch dies-mal (leider) recht. Die letzten beiden Tage reg-nete es mehr oder weniger stark. Und dies bei ziemlich frischen Temperaturen. Katoomba liegt auf einer Höhe von gut tausend Metern über Meer. Wenn wir uns im Auto aufhielten, dann verkrochen wir uns auch am hellichten Tage gerne unter die warme Decke. Zum Glück kann man sich im riesigen Australien das Wet-ter ganz gut aussuchen. Ich bin sicher, wenige Kilometer westlich, im Windschatten der Blue Mountains, wo wir vor drei Tagen aufbrachen, ist es weiterhin sommerlich heiss und trocken. Doch das nützt uns im Moment natürlich nicht viel. Wollen wir doch in den Blue Mountains wandern. Doch auch Schlechtwettertage haben was Gutes. Wir nützen die beiden Regentage um uns in Katoomba etwas umzusehen und vor allem, um uns neue Haarfrisuren verpassen zu lassen. Hat bei mir diesmal weit besser geklappt, als noch in Hobart. Nichts mehr mit Schafschere und Aufsatz Nr. 2.

Für uns rechtzeitig, kehrt das trockene und schöne Wetter heute in die Blue Mountains zurück. Ein paar nette Wanderungen mit sehr vielen Stiegen zu zwei aussergewöhnlichen und fast 200 Meter hohen Wasserfällen (Katoomba und Wenthworth) entschädigen für das schlechte und kalte Wetter der letzten Tage. Die Wenthworth-Falls, wenige Kilometer östlich von Katoomba, sind mit ihren in die Felsen geschlagenen und teils überhängenden Wanderwegen ausserge-wöhnlich schön und beeindruckend.  

Nach diesem Wandertag ziehen wir weiter nach Narrabeen auf einen der wenigen Caravanplätze im Grossraum Sydney. Es ist Freitagabend. Wir erwischen die schlimmste «rush hour» (Hauptver-kehrszeit), welche wir in ganz Australien bisher noch nie hatten. In der Gegend vom Olympic Park benötigen wir mit unserem Campervan auf einer Strecke von gut drei Kilometern mehr als eine Stunde. Doch schliesslich erreichen wir unser Ziel aber genauso, wie wohl die meisten anderen Verkehrsteilnehmer auch.

7. Mrz, 2017

Gerade noch 100 Kilometer von Sydney entfernt, befinden wir uns seit heute in der Touristenhoch-burg Katoomba, im Herzen der Blue Mountains. Hier wollen wir drei Tage verbringen, um in die-sem fantastischen Sandsteingebirge mit steil aufragenden Felsen, tiefen Tälern, Schluchten, sowie gigantisch hohen Wasserfällen ein paar ausgedehnte Wanderungen zu machen.

Die letzten acht Tage – auf Kangaroo-Island und der 1500 Kilometer langen Strecke durchs Lan-desinnere zurück in Richtung Sydney – hatten wir prächtiges Spätsommerwetter mit Temperaturen von 30 bis 35 Grad. Hier in den Blue Mountains nimmt nun die Wolkendecke an Dichte merklich zu. Dies war auch nicht anders zu erwarten. Denn ir-gendwo müssen die Wolken hin, welche über dem Meer im Osten gebildet werden. Also bleiben sie in den nächstbesten Bergen hängen. Kennen wir von unseren Alpen ja bestens. Und genau von einer sol-chen Wettersituation sind wir hier in Katoomba aktuell betroffen. Morgen und übermorgen soll es laut Wetterbericht in dieser Gegend nicht nur Nebel, sondern immer wieder auch Regen geben. Für uns ein Grund mehr um etwas länger zu bleiben.

Übrigens: Den Namen Blue Mountains (deutsch „Blaue Berge“) bekamen diese Berge von den ausge-dehnten Eukalyptuswäldern. Denn die Blätter der Eukalyptusbäume sollen beim Verdunsten ein äthe-risches Öl abgeben, dessen feiner Nebel über den Bergen bei Tageslicht einen blauen Schimmer ver-ursachen (Wikipedia). Feststellen konnten wir dies bei unserer heutigen Kurzwanderung jedoch noch nicht.