16. Apr, 2017

Terrapuri Heritage Village

Das ist der Hammer! Ein Wahnsinn, dass es so etwas gibt und dass man da auch noch woh-nen kann!

Unser Fahrer holte uns gestern mittag - fast etwas zu früh, denn wir konnten uns kaum trennen - beim ganz feinen 5-Sterne Resort Tanjong Jara ab. Dann fuhr er mit uns zweiein-halb Stunden der Ostküste entlang Richtung Norden nach Penarik/Terengganu wo sich das Terrapuri Heritage Village befindet.

Wir hatten überhaupt keine Ahnung was uns hier erwartet. Ohne gegoogelt und ohne vorgängig irgendwelche Informationen über das Terrapuri eingeholt zu haben, liessen wir uns wie kleine Kinder an Weihnachten überraschen. Wir haben uns gesagt, der Usinger, das ist übrigens der nette Herr von Vive Malaysia, der uns diese Malaysia-Reise zusammengestellt hat, der hat uns hier bestimmt was Nettes ins Programm gepackt.

Doch offengestanden, das Tanjong Jara Resort, in seiner Gesamtheit einmalig, dürfte kaum zu toppen sein. Das war uns klar. Und damit lag Herr Usinger schon mal goldrichtig. Und dann tref-fen wir - zusammen mit einem Paar aus Grossbritannien, welches seit 18 Monaten in Kuala Lum-pur lebt und arbeitet – in diesem Terrapuri ein (s. Foto und Fotoalbum).

Im ersten Moment war ich etwas irritiert. Alles uralte Pfahlbauten. In einem solchen Haus sollen wir wohnen – undenkbar! Ich tröste mich damit, dass es nicht mehr als zwei Nächte sein werden. Nach dem Erledigen sämtlicher Formalitäten führte man uns zu unserem Haus. Jedes Paar bzw. jede Einzelperson beansprucht in diesem Village ein ganzes Haus für sich (s. Fotoalbum). Man führte uns durch die Anlage.

Willkommen im Freilichtmuseum – kann ich da nur sagen! Diese malaiischen Holzhäuser stam-men aus dem 18. und 19. Jahrhundert und zwar aus der Gegend von Terengganu. Da hatte doch tatsächlich jemand diese super Geschäftsidee, einerseits 29 Häuser vor dem Untergang zu retten und diese an einem zentralen Ort im Stile eines Freilichtmuseums wieder aufzubauen. Und ande-rerseits das Dorf auch noch mit Gästen wieder zum Leben zu erwecken. Dabei hat man das Ter-rapuri Heritage Village sorgfältig restauriert und gleichzeitig an gehobene Ansprüche von Gästen dezent mit neuzeitlichem Konfort angepasst. Das ist unglaublich und unbedingt nachahmens-wert!

Als ich gestern dann auch noch den herrlichen Swimmingpool und die Wasserspiele inmitten des klassisch-malaiischen Holzdorfes aus dem 19. Jahrhundert sah, wich meine erste Sorge bereits langsam. Und als wir die "Hühnerleiter", eine extrem steile Holztreppe zu unserem «Bungalow» bestiegen und die «Scheunentüre» zu unserem Heim aufgestossen hatten, begannen meine Au-gen zu strahlen. Da standen im riesigen Raum links ein altes, eher etwas kurzes Bett mit Mos-kitonetz und im ganzen Raum verteilt uralte Möbel und ganz viele Utensilien aus Urgrossmutters-zeiten. Und erst das Bad. Ein alter Holzzuber als Badewanne, gespiesen von einem modernen Wasserhahn; ein Lavabo, hergerichtet auf einem hundertjährigen Holztisch mit zwei antiken Kup-ferkesseln drauf, in die man in der Mitte ein Loch herausgefräst hat, damit das Wasser, welches von ebenfalls modernen Wasserhahnen kommt, abfliessen kann. Toilette und Dusche und Duschraum sind neu - jedoch mit dem antiken Holzhaus zu einem harmonischen Ganzen vereint. Eine wirklich gelungene Sache.

So bewohnen wir zwei Tage lang - ganz für uns alleine gut und gerne 150 m2 Wohn- und Nutz-fläche. Was und wieviel haben diese Wände und Räume wohl schon alles gesehen, gehört und erlebt? Wenn diese Wände doch nur reden könnten!

Während diesen beiden Tagen geniessen wir Vollpension. Und was für eine! Wir müssen uns zu-rückhalten, damit wir in diesen Tagen nicht zu Mastgänsen werden. Beste Kost; frische Obstsäfte und Trinkkokosnüsse und das mehr als genug! Während unserer ersten Nacht sind wir nur gerade drei Paare, welche sich das ganze Dorf mit etwa einem Dutzend Angestellter teilen. Am zweiten Tag (Ostern) wurde das Dorf ein wenig mehr belebt. So waren wir dann etwa zwölf Gäste, welche diesen Frieden und die Ruhe im Dorf und am Pool geniessen durften.

Übrigens: Das Terrapuri Heritage Village liegt etwa 150 Meter vom Strand und Meer entfernt. Wem der nahezu 35 Grad warme, wohlverstanden nur von der Sonne beheizte Swimmingpool zu warm oder zu klein war, der konnte sich immer noch im 30 Grad warmen Meer «abkühlen».

 

Fazit:

Mit dem Terrapuri Heritage Village wurden zwei Fliegen auf einen Schlag geschlagen. Zum einen hat man erhaltenswerte, alte Gebäude und Gegenstände vor der Zerstörung gerettet und daraus ein Freilichtmuseum gemacht. Und zum anderen – und das ist die tolle Geschäftsidee – das ent-standene Dorf wieder mit Gästen belebt und so zum Leben erweckt! Dies verdient eine grosse Anerkennung!

Sollte es Dich auf Deiner Malaysiareise nach Terengganu verschlagen, dann empfehle ich Dir, zwei oder drei Tage/Nächte im Terrapuri Heritage Village zu geniessen. In der Hochsaison kostet die günstigste Unterkunft im Terrapuri ca. 160.00 Fr./Euro/Dollar pro Haus und Nacht. Ich bin überzeugt, das wird Dir bestimmt gefallen!

 

Wichtig:

Dies ist kein bezahlter Werbeblog. Sondern bloss eine ehrliche Meinung eines begeisterten Rei-senden.