25. Aug, 2016

Fahrt zum Kap Choboj

Heute erkunden wir den nördlichen Teil der Insel Olchon. Olchon ist schmal und lang. Ich würde sagen, an der breitesten Stelle misst Olchon zwischen fünf und zehn und an der längsten rund siebzig Kilometer. Da sich unsere Unterkunft fast auf halber Strecke zwischen dem südlichen und dem nördlichen Ende der Insel befindet, müssen wir heute mit unseren beiden zur Verfügung stehenden Geländewagen (mit unserem bisherigen Bus ist da kein Durchkommen mehr) "nur" noch ungefähr 40 Kilometer hin und 40 Kilometer zurück fahren. Doch diese 80 Kilometer haben es in sich.

Was hier die Einheimischen ans Kap Choboj, was auf burjatisch soviel wie "Eckzahn" heisst, befahren, lässt sich in Worten eigentlich gar nicht beschreiben. Etwas bildlich ausgedrückt, werden auf dieser Strecke die Gäste - ob Chinesen oder Europäer spielt hier keine Rolle - einer Berg- und Talbahn gleich, entweder über Staubpisten gefegt, geschüttelt und im Idealfall tief geflogen, oder dann über lange, steile und tief ausgewaschene Lehmwege geruckelt und geschlagen, dass den Einen deren Mägen fast Purzelbäume schlagen und es den Anderen deren Bandscheiben neu sortiert. Doch meist geniessen Alle Alles etwa gleichermassen. Ein ganz besonderes Erlebnis. Dennoch sind wir froh, nicht jeden Tag in diesen besonderen Genuss zu kommen.

Am Kap Choboj werden wir dann für diese anstrengende Aufofahrt mit einem herrlichen Ausblick auf eindrückliche Felsformationen und einen unendlich grossen Baikalsee entschädigt. Die heutige Wanderung über mehrere Hügel und eine weite und staubtrockene Steppenlandschaft mit einem feinen Mittagessen an einer ruhigen Bucht und einer längeren Strand- und Dünenwanderung zum Schluss machen den Tag sehr abwechlungsreich. Kurz vor dem Mittagessen schaffen es dann zehn Regentropfen, dass wir auf unserer Wanderreise auch noch einmal unsere Regenjacken testen können.

Ein feines Abendessen in unserer Unterkunft und ein oder zwei Bierchen und ein Gläschen Wodka runden den heutigen Abend ab.