16. Aug, 2016

Wir treffen auf unsere neue Wandergruppe!

Fertig mit Rütteln und Schütteln. Nach einer Gesamtstrecke ab Moskau von 5'153 km treffen wir fast so genau, wie eine Schweizer Uhr am 14.8. gegen 21.00 Uhr Lokalzeit in Irkutsk ein. Hier werden wir am Bahnhof vom Andrej Sagusin, dem Chef von Baikaltrekking persönlich, abgeholt und in unser Hotel Rus*** im Stadtzentrum gefahren. Das Hotel ist mit rund 80 Betten eher klein und überschaubar. Und unser Zimmer ist auch nicht gerade gross und etwas renovationsbedürftig. Doch im Gegensatz zu unserer "Eisenbahn-Zelle", die gerade mal 3 m2 mass, haben wir hier doch immerhin Platz um unser Gepäck zumindest in eine Ecke stellen zu können.

Zuerst schlafen wir mal so richtig aus, machen uns dann am 15.8. nach dem Frühstück auf eine ausgiebige Stadtbesichtigung. Unser letzter freier Tag. Denn morgen treffen wir auf unsere Wandergruppe. Es ist heiss und fast wolkenlos. Für morgen und die nächsten Tage ist wechselhafteres und kühleres Wetter angesagt. Wir sind nicht unglücklich, wenn es zum Wandern nicht mehr ganz so heiss ist, wie die letzten zehn Tage.

Auffallend in Russlands Städten. Überall stehen eine Vielzahl an Denkmälern, Büsten und übergrossen Statuen. Weit mehr, als bei uns im Westen. Wer dabei immer anzutreffen ist, das ist Lenin, der Urvater Russlands. Mindestens eine Hauptstrasse einer jeden Stadt ist nach ihm benannt. Weil das Wetter so schön ist, machen wir am Nachmittag noch eine einstündige Flussfahrt auf der Angara, dem einzigen Ausfluss des Baikalsees. Hier in Irkutsk gibt es schöne Parks, wo Familien spazieren oder Kinder spielen oder wie auf diesem Foto Tauben gefüttert werden. Am Abend suchen wir dann noch ein nettes Restaurant auf.

Heute, den 16.8. trifft unsere neue Wandergruppe gegen 13.00 Uhr in unserem Hotel Rus zum Mittagessen ein. Wohnen tut die Gruppe unweit von unserem Hotel in einer anderen, etwas einfacheren Unterkunft. Wir sind total 12 Personen, davon 7 aus Deutschland, 3 inkl. Marion, aus Österreich, eine in Österreich lebende Polin und ich als einzigen Schweizer. Praktisch alle Teilnehmer dürften in unserem Alter; d.h. so zwischen 50 und 65 Jahren sein. Die Deutschen, wie wir feststellen, fast ausschliesslich aus dem Osten Deutschlands, sowie die Polin, sprechen oder verstehen zumindest ein klein wenig, bis gut russisch. Und zusammen mit unserer Wanderleiterin Tamara, Mitinhaberin von Baikaltrekking und Ehefrau von Andrej, welche eine fast akzentfreies Deutsch spricht, werden wir bis zum Ende unserer Russlandreise garantiert keine Verständigungsprobleme mehr haben. D.h. wir müssen nicht mehr mit den Fingern auf Abbildungen auf der Speisekarte zeigen, damit wir das Richtige zu essen oder zu trinken bekommen.

Nach dem Mittagessen machen wir dann noch eine Stadtführung mit Tamara. Was sich schon bald zeigt, Tamara kennt die Geschichte Russlands sehr gut - was heisst, wir können es eh nicht überprüfen. Darüber hinaus verfügt Tamara über sehr viel Humor und Witz. Den Abend beschliessen wir zusammen mit einem Teil der Gruppe, in einem von Tamara empfohlenen Restaurant. Das Essen war gut. Doch im fast leeren Restaurant war man mit einer Gruppe von sieben Personen bereits komplett überfordert. Sowohl die Getränke, wie auch die Essen kamen so etappiert, dass praktisch jeder wieder fertiggetrunken und -gegessen hatte, bis der nächste seine Verpflegung hatte. Vermutlich fehlte es an genügend Geschirr. Die Letzte der Gruppe bekam dann gar nichts mehr zu Essen. Vermutlich ging denen nicht nur das Geschirr, sondern auch noch das Essen aus. Morgen geht es nun los mit Wandern. Die ersten beiden Übernachtungen verbringen wir auf dem Land bei einer Bauernfamilie. Da werden wir über kein WLAN verfügen. Danach sollte es dann aber mit weiteren Blogs schreiben wieder klappen!