11. Aug, 2016

Von wegen kalt!

Russland und besonders Sibirien werden meist mit eisigen Temperaturen von jenseits der Nullgradgrenze in Verbindung gebracht. Dies stimmt, aber nur beschränkt. Die Winter seien hier in Jekaterinburg am Ural eisig kalt. Das Thermometer könne gegen Ende Oktober bereits auf unter Null und dann im tiefen Winter während Wochen bis auf Minus 30 Grad sinken. Schlotter, schlotter, können wir da nur sagen. Minus 10 Grad würden die Jekaterinburger bereits als sehr angenehm empfinden, erzählt uns Olga, unsere heutige Stadtfüherin. Die Sommer seien kurz und die Temperaturen manchmal im Sommer nicht über 15 Grad.

In diesem Jahr sei aber Alles ganz anders. Seit Mai habe es kaum geregnet - Wasserprobleme bekämen sie deswegen jedoch keine, sie hätten mehr als genug Wasser und Zuflüsse aus den "Bergen" (Der Ural ist nicht höher als etwa 700 m). Und die Temperaturen seien - und das können wir selbst bestätigen - in diesem sehr heiss und trocken. In Moskau hatten wir z.B. am letzten Sonntag auf unserer Stadtführung im Schatten mindestens 33 Grad. Es soll gemäss Larissa, unserer dortigen Stadtführerin, der bisher heisseste Tag in diesem Jahr in Moskau gewesen sein. So heiss, dass die Bevölkerung, welche nicht unbedingt nach Draussen habe gehen müssen, aufgefordert worden sei zu Hause zu bleiben, so Larissa. Dafür war die Stadt fast ausgestorben. Wir mussten Moskau praktisch nur mit anderen Touristen - mehrheitlich mit Chinesen, teilen. Am Montag kühlte es dann in Moskau wieder ein Bisschen ab. Bis es dann am Dienstag auf unserer Fahrt nach Jekaterinburg wieder so richtig heiss wurde - zumindest Draussen. Und hier in Jekaterinburg liegen die Temperaturen wieder um die 30 Grad. Am Dienstag hätten sie hier 34 Grad gemessen, so Olga. Zwar werden in Grosstädten, wo zwangsläufig auch noch Smog und Abgase hinzukommen, Temperaturen von über 30 Grad als unangenehm empfunden. Doch lieber so als kalt und regnerisch. Haben wir uns doch seit den Azoren an schwülwarme Temperaturen bereits bestens gewöhnt. Und abgesehen davon, lösen wir solche Probleme auf unsere Art. - Wir essen einfach Eis! Und spätestens ab morgen Abend, wenn wir mit der Transsib wieder weiterfahren, haben wir auch dieses Problem für weitere zwei Tage gelöst. Denn dann wird man uns bestimmt wieder auf unter Betriebstemperatur heruntergekühlen. Unsere warmen Jacken werden sich freuen!