6. Sep, 2016

Ausspannen und Kamelreiten bei Khongoriin Els!

Autsch! Soeben habe ich mir meinen Kopf bereits zum zweiten Mal so ziemlich heftig am niedrigen Eingang unserer Jurte angeschlagen. Diese Türen sind etwas für Liliputaner, aber sicher nichts für ausgewachsene Europäer. Doch zum Glück trifft hier Holzkopf auf Holzrahmen. So geht wenigstens weder das Eine, noch das Andere in Brüche.

Seit Beginn unserer Mongoleireise haben wir bereits mehr als 1'000 km in Otogs Auto zurückgelegt. Wir gewöhnen uns langsam aber sicher an seinen Fahrstiel. Dennoch sind wir froh, hier bei den Dünen zwei Tage Fahrpause einlegen zu können. Mit dem Schaukeln sollte es aber noch lange nicht vorbei sein.

Zuerst fahren wir heute mittag in die Nähe der Dünen, wo wir bei einer Nomadenfamilie die nächsten zwei Tage leben werden. Mit Somia, einem 18jährigen Nachbarssohn (Enkel; bzw. Sohn des Bruders) machen wir heute und morgen zwei längere Kamelritte entlang der 180 km langen und mehrere hundert Meter hohen Dünenkette von Khongoriin Els. Es sind herrliche und äusserst gemütliche Ausritte. Doch als Reiten kann man dieses Kamel-Schaukeln doch eher schlecht bezeichnen. An den Passgang der Kamele und viel mehr noch an diese harten Sättel, was eigentlich nichts anderes, als zwei oder drei übereinanderliegende Kamelhaardecken sind, müssen wir uns erst noch gewöhnen.

Diese beiden Tage hier, fast in völliger Abgeschiedenheit – kaum zu glauben, dass es hier im Hochsommer viele Touristen geben soll und jetzt kaum noch welche da sind – geniessen wir so richtig. Die Nächte sind ähnlich hart, wie diese Kamelsättel. Denn die Betten in den Jurten dieser Nomaden sind nichts weiter als mit Laken überzogene und mit einer dünnen Decke bedeckte Bretter auf einem Bettgestell. Aber das macht uns nichts aus. Hauptsache, wir müssen diese Nächte nicht wie vorgesehen im Zelt verbringen.