28. Okt, 2016

China - Land der Teetrinker!

Tee ist Chinas Nationalgetränk schlecht-hin.  Praktisch in jedem Restaurant wird zu jeder Mahlzeit unaufgefordert eine Kanne Tee serviert. Der so servierte Schwarz- oder Grün-tee ist dann auch im Normalfall kostenlos. Während im Raum Peking entweder Grün- oder Jasmin-Tee getrunken wird, bevorzugen Tibeter gesalzenen Schwarztee mit Yak-Milch. Diesen «Yak-Tee» mögen wir ganz besonders. Wilde Yaks leben im Hochgebirge u.a. rund um den Mount Everest und den Mount Kailash bis weit über 7'000 Metern, während die tibetischen Nomaden und Bauern grosse Yak-Herden oder Kreuzungen zwischen Kühen und Yaks als Nutztiere halten. Wie man diese Kreuzung nennt, weiss ich nicht - möglicherweise «Ka(c)k».

In der Gegend von Huangshan (Gelbes Gebirge) wird als Spezialität Crysanthemen-Tee getrunken. In den Tälern dieser Gegend findet man grosse Crysanthemen-Plantagen (s. Foto). Für den Crysanthemen-Tee würden sich nur die weiss- und gelbblühenden Sorten eignen, so unser aktueller Reiseführer Bruce. Wenn die Blüten in voller Pracht stehen, werden die ganzen Blütenköpfe geerntet und während Tagen getrocknet. Aktuell ist gerade Erntezeit.

Für eine Tasse Tee wird eine einzige getrocknete Blüte mit heissem Wasser übergossen. Die so übergossene Blüte erwacht im Krug bzw. in der Tasse schliesslich wieder zur vollen Pracht. So, als ob sie nie getrocknet worden wäre. Nach drei bis fünf Minuten ziehen lassen, bekommt man dann einen herrlichen Teesud. Der Sud schmeckt nicht nur fein nach Crysantheme. Er soll auch noch gesund sein. Die Chinesen sagen, Crysanthemen-Tee sei gut für Augen und Leber. Also, bevor Du nun Deine auf dem Balkon stehende, gelbe oder weisse in der Migros oder im Aldi gekaufte Crysantheme entsorgst, schneide die noch schönen Blütenköpfe ab und trockne diese für einen feinen «Winter-Tee». Übrigens: Wir haben gestern Crysanthemen-Tee getrunken. Und heute geht es uns immer noch gut!

Während Marion die letzten 40 Tage meist Tee oder Wasser trank, habe ich mich – jedoch mit sehr mässigem Erfolg – durch die vielen einheimischen Biersorten und Biermarken durgearbeitet und dabei mindestens fünfzehn Sorten probiert.

Fazit:

Keines der chinesischen Biere kann auch nur annähernd mit unseren kräftigen und malzigen Bieren des Westens mithalten. Das in China am weitesten verbreitete Bier ist das Tsingtao-Bier. Am besten geschmeckt hat mir das Dali-Bier. Doch alle Biere schmecken irgendwie wässrig. Mit einem Volumengehalt von meist weniger als 2,5% passt sich der Alkoholgehalt dem eher «faden» Biergeschmack bestens an.