15. Okt, 2016

Shangrila - Auf dem Dach Yunnan's

Vor drei Tagen hat uns unser Fahrer, der uns seit Dali begleitet und höchstens zehn Wörter englisch pricht, nach Shangrila, dem Dach der Provinz Yunnan gefahren. Unterwegs in der Nähe der Tiger-Sprung-Schlucht, wo der viel Wasser führende Yangtse-Fluss sich durch eine enge, fast 4'000 Meter tiefe Schlucht zwängt, gibt es einen fliegenden Wechsel unserer Reiseführer. So bekommen wir heute auf unserer Chinareise den zehnten privaten Reiseführer zugeteilt. Für einmal ist es wieder eine Frau und zwar eine freischaffende Tibeterin, welche uns die nächsten Tage mit Shangrila vertraut macht. Wir können es kaum glauben. In Shangrila bewegen wir uns erneut auf einer Höhe von 3'300 Metern über Meer. Gut haben wir uns im Tibet bereits an diese Höhe akklimatisiert. 

Für chinesische Verhältnisse ist Shangrila mit seinen 20'000 Einwohnern winzig klein. 40% davon sind Tibeter. Die heute wieder im Aufbau befindliche Altstadt Shangrilas ist im Winter vor drei Jahren einem Grossbrand zum Opfer gefallen. Glücklicherweise seien damals weder Menschen noch Tiere zu Schaden gekommen, erklärt uns unsere Reiseführerin. Die neue Altstadt wird an alter Stelle, ähnlich wie früher, mehrheitlich in Holz erstellt. Zurzeit sieht es hier aber immer noch wie auf einer Grossbaustelle aus.

Wiederum liegt unsere Unterkunft inmitten der Altstadt (s. Foto: unsere Unterkunft). Weil es zu dieser Jahreszeit in Shangrila bereits tagsüber nicht mehr als zehn bis zwölf Grad warm ist und nachts fast frostige Temperaturen herrschen und die Zimmer nicht geheizt sind, verstecken wir uns in unserem Zimmer bereits am Tage unter der warmen Decke. Die Betten verfügen nämlich über eine Matratzenheizung.

Shangrila hat - wie übrigens alle stark tibetisch geprägten Regionen - mehrere buddhistische Klöster. Wir sind froh, besuchen wir am 14. Oktober nur eines davon. Und glücklicherweise verschont uns unsere Reiseleiterin zudem alle grossen und kleinen Buddhas auch noch mit Vor- und Nachnamen vorzustellen Lautes Lachen!

Nach dem Klosterbesuch sind wir in einer tibetischen Familie zu einem typisch tibetischen Mittagessen eingeladen. Nebst Yakfleisch wird auch Yak-Tee (gesalzener Schwarztee mit Yak-Milch) serviert. Nachdem mein Magen und meine Gedärme seit zwei Tagen etwas rumoren (nicht schlimm), lange ich beim heutigen Essen nicht allzu sehr zu. Von den (zu)vielen Köstlichkeiten probiere ich daher kaum. Kann bestimmt nicht schaden! Vielleicht nehme ich ja auf diese Weise wieder einmal ein paar Kilos ab.

Morgen verabschieden wir uns von den Höhen-(Kur-)Provinzen Tibet und Yunnan. Wir fliegen definitiv hinunter ins Tiefland Chinas. Hier soll es wieder gegen 30 Grad warm werden. D.h. warme Sachen einpacken und die fast verstaubten Shorts und Shirts wieder aus dem Rucksack holen. Flussfahrten auf dem Li-River (Nähe Guilin) und dem Yangtse-River stehen die nächsten Tage auf unserem Programm.