12. Okt, 2016

Lijiang

Mit unserer jungen Reiseleiterin - sie stellte sich uns gestern als Shally vor - besuchen wir heute ein kulturhistorisches Museum über das Leben der Naxi und anschliessend einige Kilometer ausserhalb von Lijiang - auf 2'750 Metern über Meer - ein Bauerndorf der Naxi.

Was uns, bzw. mir besonders auffällt, überall wo uns die Chinesen ein Stück ihrer heimischen Kultur zeigen, wirkt Alles etwas zu sehr herausgeputzt. Gerade so, als ob wir uns in einem Freilichtmuseum, einer Schaukäserei oder in einen "Indianer-Reservat" befänden. Am Eingang einer jeden "Attraktion" und eines jeden uns gezeigten Dorfes befindet sich ein riesiger Parkplatz, auf dem meist viele Touristenbusse und Autos stehen. Die Anlagen und Häuser sind schön hergerichtet und die Türen zu den Innenhöfen stehen offen. Besucher sind willkommen. Und Fotos von den dort lebenden Menschen in ihren Trachten oder Arbeitsanzügen machen, ist in der Regel kein Problem.

Hut ab! Was die Chinesen anpacken - machen sie richtig. Und zwar richtig gut! Das meine ich ehrlich! Was den Chinesen aber häufig fehlt und woran sie noch abeiten müssen, ist die doch sehr gekünstelte "Illusion" auch noch mit wirklichem Leben und Atmosphäre zu füllen. Dann wäre selbst ein Kritiker wie ich es bin geneigt zu sagen, "das ist sie, die echte und reale Welt Chinas". Doch wenn man Berichten glauben schenkt, dann geht das offizielle China mit seinen Minderheiten im Land doch eher anders um, als so, wie man uns dies auf unserer Chinareise immer wieder verkaufen will. Was wir im Tibet zu sehen bekommen haben, passt nämlich schon eher ins Bild der anderen Realität.

Am Abend haben wir dann etwas mehr Glück. Ruhige Guitarrenmusik bei einem Teller Spaghetti Bolonaise (Marion), einem feinen Yack-Steak (Daniel) und einem Dali-Beer. Wir haben ein fast leeres, gemütliches Restaurant Mitten in der Altstadt gefunden (Foto: aus der Altstadt Lijiangs). Wir sitzen im ersten Stock am offenen Fenster und schauen flanierenden Touristen zu. Wir sind erstaunt. Heute bekommen wir gleich viermal sehr gepflegte Samojeden zu sehen. Einem schaue ich lange nach. Hat er doch grosse Ähnlichkeit mit unserer vor gut zwei Jahren verstorbenen Hündin.