7. Okt, 2016

Heute bekommen wir Saures!

So haben wir heute dreingeschaut!

Frage: Was verbindet Chinas Grossstädte miteinander? Richtig! Viele Gebäude, viele Menschen, häufig zuviel Industrie und sehr sehr viel Verkehr auf sehr engem Raum. Das ist aber noch längst nicht Alles! Das, was diese Städte selbst an sonnigen Tagen miteinander gemein haben, ist Dunst und Smog und zwar in allen Graustufen. 

Willkommen in Chengdu, der 14-Millionen-Metropole und Provinzhauptstadt von Sichuan. Die Provinz Sichuan, 15% grösser als ganz Deutschland, liegt am südwestlichen Rand des sogenannten Roten Beckens. Aufgrund seines günstigen Klimas - im Jahresdurchschnitt etwa 18 Grad (im Winter feucht und mindestens plus 6 Grad und im Sommer schwül-heiss) - wächst in dieser Provinz fast Alles, erzählt uns heute unser Stadtführer, Herr Ming. So produziere Sichuan u.a. sehr viel Gemüse und Reis. Einiges davon würde in andere chinesische Provinzen exportiert.

Doch wie fast an jedem Ort, wo wir in China bisher waren (der Tibet einmal ausgenom-men), treffen wir auch in Chengdu auf Smog, Smog und nochmals Smog. Mal etwas mehr, mal etwas weniger. Und heute gibt's den Smog nicht nur zum Einatmen. Nein! Wir dürfen ihn zusätzlich auch noch als sauren Nieselregen geniessen.

Zum Glück bleiben wir nur gerade zwei Nächte in Chengdu. Morgen fliegen wir nach Kunming. Und Kunming liegt wieder auf einem Hochplateau von knapp 2'000 Metern. Zwar sagt der Wetterbericht für die Gegend um Kunming die nächsten Tage nicht gerade viel Sonne voraus. Doch die Höhe und die etwas "dünnere" Besiedelung lässt wenigstens hoffen, dass die Luft wieder etwas besser sein wird, als hier in Chengdu.

Zwei nette Sachen unternehmen wir heute aber doch noch. Zum Einen besuchen wir ganz in der Nähe der Stadt Chengdu eine Pandaaufzuchtstation und zum Anderen in Leshan (ausgesprochen: Löschan), einer weiteren Millionenstadt, geschätzte 120 Kilometer von Chengdu entfernt, den grössten (was könnte es anders sein) Buddha der Welt. Nur bei diesem Buddha handelt es sich um ein UNESCO Weltkulturerbe. Der 71 Meter grosse, sitzende Buddha wurde nämlich im 8. Jahrhundert nach Christus, iniziiert von einem Mönch, über drei Generationen hinweg, bzw. über eine Zeitspanne von 90 Jahren, aus einem Berg gehauen.

Es gibt zwei Möglichkeiten diesen Buddha zu besuchen. Entweder man besteigt den Buddha über eine Vielzahl links und rechts in den Felsen gehauener Treppen oder man wählt, so wie wir, die bequemere Art. Der Buddha lässt sich nämlich mit einem Schiff auf dem Fluss, der unmittelbar an diesem Felsen vorbeifliesst, besuchen. Diese Art hat den Vorteil, dass man den Buddha aus der nötigen Distanz und in seiner ganzen Grösse bestaunen und fotografieren kann.

Für Naturfreunde eine fast noch schönere Sache ist der Besuch der Pandaaufzucht-station von Chengdu. Der Bambussprossen fressende, grosse Panda, das Wappentier von WWF, ist vom Aussterben bedroht. Es soll auf einem beschränkten Lebensraum der zu 90 Prozent in der Provinz Sichuan liegt, nur noch rund 1'000 dieser Tiere geben, sagt uns Reiseleiter Ming. Es gäbe drei Gründe, weshalb der Panda vom Aussterben bedroht sei, sagt er uns. 1. Leben Pandas als Einzelgänger. Jeder Panda brauche mindestens einen Quadratkilometer Platz. 2. Fressen Pandas nur Bambussprossen, weshalb der Lebensraum schon seit je her immer sehr eingeschränkt gewesen sei. Und 3. kämen die jungen Pandas (meist nur ein Junges, selten zwei) bereits nach drei bis fünf Monaten Tragzeit, d.h. eigentlich viel zu früh und "unfertig", zur Welt. Man gehe davon aus, dass in der Wildnis nur gerade jedes dritte Junge das Erwachsenenalter erreichen würde, so unser Reiseleiter.

Übrigens: Für die westliche Welt entdeckt, hat den Panda ein französischer Priester und Biologe, namens Pierre ... oder David.... (muss den Namen noch googeln) im Jahre 1879. Überlieferungen zufolge sollen die Chinesen den Panda aber seit mindestens 2'000 Jahren kennen. Bis zur Entdeckung durch den französischen Biologen soll der Panda aber nie richtig bestimmt und keiner Familie zugeordnet worden sein. Wie Herr Ming sagt, soll es auch heute noch viele Rätsel um den Panda geben. Ist der Grosse Panda, wie er auch genannt wird, wirklich ein  Bär - Vieles spricht dafür, Einiges aber auch nicht. Und da gäbe es auch noch den Kleinen bzw. Roten Panda; ein waschbärartiger rotbrauner Kerl mit langem Schwanz. Übrigens: der Kleine Panda wurde rund 80 Jahre vor dem Grossen Panda entdeckt. Der Kleine sei ebenfalls bedroht. Doch da er in Gruppen, am Boden, wie auf Bäumen lebe, ein Allesfresser sei und sich sein Lebensraum von China über Nepal, Pakistan bis Indien erstrecke, sei der Kleine Panda nicht so unmittelbar vom Aussterben bedroht, wie sein grosser Bruder. Obwohl sehr unterschiedlich im Aussehen, sollen der Grosse und der Kleine Panda näher miteinander verwandt sein, als diese Beiden mit der restlichen Familie der Bären.