21. Sep, 2016

Schreiben, ausruhen und essen!

Eigentlich wollten wir heute nebst einem Ausruh- und Schreibtag auch noch dem nahegelegenen Kaiserpalast einen Besuch abstatten. Doch zu unserer Überraschung startet der heutige Tag genau so, wie man uns prophezeite, die meisten Tage in Peking und halb China seien. Nämlich mit viel Dunst – sprich Smog. Zwar hängt heute der Smog nicht extrem tief. Es könnte noch viel schlimmer sein. Doch er verdeckt den Himmel und die Sonne so stark, dass wir uns wie an einem nebelverhangenen Herbsttag zu Hause in der Schweiz vorkommen. Rausgehen und den Kaiserpalast ansehen, dazu haben wir irgendwie keine Lust. Nach dem gestrigen langen und ziemlich anstrengenden Tag durch die riesigen Tempel-, Palast- und Parkanlagen der Ming- und Qing-Dynastien, welche sich im Baustil irgendwie alle einander ähneln, beschliessen wir heute in unserem Hotel zu bleiben, Bücher auf Marions «Tolino» herunterzuladen, weiter an unseren Berichten zu schreiben und Fotos zu sortieren.

Am Abend finden wir dann gleich hinter unserem Hotel noch ein kleines, gutes und von Einheimischen rege besuchtes Restaurant. Wir staunen nicht schlecht. Was da so alles in den Mägen der meist kleinen und zierlichen Chinesen Platz findet. Neben uns sitzt eine einzelne junge Chinesin. Nicht übertrieben. Die sitzt bestimmt vor fünf gehäuften Platten mit Essen. Davon sicher drei mit Fleisch und zwei mit Nudeln, Gemüse und Reis. Jede Platte umfasst mehr, als was in einen unserer grossen Suppenteller passt. Während die junge Chinesin mit den Fingern ihrer linken Hand auf ihrem Handy herumtippt - machen fast alle, immer und überall so - hält sie in deren rechten Hand das Besteck – zwei Stäbchen; stochert, mit dem Blick immer auf ihr Handy gerichtet, in einer der Platten herum und fischt sich etwas heraus; isst; tippt weiter auf dem Handy herum und steckt ihre Stäbchen in die nächste Platte. Die Chinesin sass schon an ihrem Platz, als man uns den unsrigen zuwies und sie war noch da, als wir das Restaurant verliessen. Keine Ahnung! Vielleicht sitzt sie immer noch da und stochert in irgendetwas herum, während ich in unserem Hotel diesen Bericht schreibe.