19. Sep, 2016

Erster Eindruck von Peking

Fast so pünktlich, wie eine Schweizer Uhr, erreichen wir heute Mittag Peking. Das Wetter ist wunderschön, trocken und mit etwa 27 Grad angenehm sommerlich warm. Uns wird gesagt, dieses Wetter sei für Peking sehr untypisch. Meist sei alles grau in grau. Nicht wegen des schlechten Wetters, sondern wegen des Smogs. Selbst an schönsten Tagen, egal ob Sommer oder Winter, könne der Smog so stark sein, dass man bereits auf eine Distanz von 50 Metern Gebäude nur noch schemenhaft erkennen könne. Uns soll's recht sein. Gerne nehmen wir dieses untypische Pekingwetter.

Einmal mehr klappt auch hier in China alles wie am Schnürchen. Am Bahnhof erwartet uns eine Mitarbeiterin der lokalen Tourorganisation und bringt uns in unser Hotel. Unser 40tägiges Chinaprogramm haben wir uns vom Reisebüro Hauger in Luzern zusammenstellen lassen. Um die Details, wie z.B. die Qualität der Hotels, haben wir uns nie gekümmert. Nach der sehr einfachen Infrastruktur, welche wir während gut 17 Tagen in der Mongolei hatten, konnten die Unterkünfte in China wohl kaum noch einen tieferen Standard aufweisen, sagten wir uns und liessen uns überraschen. Dann das! Das haut uns fast aus den Socken. In Peking sind wir im fünf Sterne Hotel Regent (s. Bild) einquartiert. Und das ist noch nicht Alles. Weil unser Deluxe-Zimmer bei unserer Ankunft noch nicht gereinigt ist, erhalten wir ein Upgrade auf eine zwei Zimmer Suite im siebten Stock mit einem Grundriss von mindestens 60 m2 und allen Annehmlichkeiten, welche man sich in einer Suite vorstellen kann. Und dies ohne Aufpreis. Einen krasseren Gegensatz als zum Schlafen in Jurten bei den Nomaden kann es fast nicht mehr geben.

Schliesslich nützen wir das schöne Wetter und machen uns am Nachmittag gleich auf in die Altstadt, genannt Hutong, welche vor den Olympischen Sommerspielen im Jahre 2008, bzw. im Rahmen der Modernisierung Pekings, der Abrissbirne nicht zum Opfer fiel. Es sind dies die kleinen Gässchen, die ebenso kleinen Touristenläden, Restaurants und ein grösserer See, welche zum Flanieren einladen. Im Gegensatz zur Mongolei hinterlässt Peking einen äusserst sauberen Eindruck. Gleichzeitig fällt aber auch die grosse Polizeipräsenz auf. Fast an jeder Ecke stehen sie, die Polizisten. Und noch etwas fällt uns auf. Wir sind nicht mehr allein! Komisch, in der riesigen, fast menschenleeren Steppe der Mongolei sind wir uns ähnlich vorgekommen, wie hier in diesen Menschenmassen Chinas. Einsam, klein und verloren.

Wir lassen uns diese neue, fremde Welt auf uns wirken; beobachten Menschen und wollen herausfinden, was diese Menschen so bewegt.