12. Nov, 2016

Einmal pro Jahr und dies bereits zum 15. Mal startet die AHATA (Aruba Hotel & Tourism Association) eine Aktion der besonderen Art. Zwanzig Organisationen, darunter mehrheitlich Hotels beteiligen sich zusammen mit Schulklassen der ganzen Insel an einer Strand- und Küstenreinigung. Dabei wird die gesamte Insel von angespültem Dreck gereinigt. (Foto: drei Studenten finden im Müll einen alten Turnschuh und wundern sich!)

An den tollen Sandstränden im Südwesten und Nordwesten, dort, wo sich auch die ganzen Hotels befinden, bekommen Touristen ausser ab und zu mal etwas Seegras nicht den kleinsten Zivilisationsmüll zu sehen. Die Gründe dafür dürften einerseits in der nord-westlichen Ausrichtung der Strände und andererseits im regelmässigen Reinigen der Strände durch die Hotels liegen.

Wie es jedoch aussieht, wenn tausende von Tonnen Plastikmüll bei hohem Seegang an Küsten und Strände angespült wird, bekommen wir heute an einem ganz kleinen Küstenabschnitt Arubas auf eindrückliche Art und Weise zu sehen. Etwas, was man als Badegast und Naturfreund lieber nicht sehen möchte. Doch wir haben uns entschieden, der Einladung unseres Hotels an ihre Gäste Folge zu leisten und uns am heutigen 15. Beach Clean-Up zu beteiligen. Morgens um 08.00 Uhr geht es los. Wir sind nur 10 Perso-nen. 5 Hotelangestellte, sowie 5 Hotelgäste (3 Amerikaner, sowie Marion und ich). Alle in weisse AHATA- bzw. Bucuti-T-Shirts mit dem Aufdruck 15th Beach Clean-Up gekleidet.

Mit einem kleinen Bus werden wir an einen abgelegenen, felsigen Strandabschnitt im Südosten der Insel gefahren. An diese Küste, etwa 30 Minuten von unserem Hotel entfernt, verirren sich normalerweise keine Touristen. Und Einheimische sind in der Regel auch nur unfreiwillig hier. Denn auf Sichtdistanz zu unserem Künstenabschnitt befindet sich das einzige Gefängnis von Aruba. Ein ziemlich grosser viereckiger Bau. Wir machen Witze. Wir würden diesen Küstenabschnitt reinigen, damit die Häftlinge einen schönen Ausblick hätten. Denn der Blick vom Gefängnis - sofern man einen Fensterplatz hat - ist phänomenal. Doch ob es wirklich glücklich macht, Tag für Tag aufs weite Meer hinaus starren zu dürfen? Ich weiss es nicht. Meerblick hin oder her. Ich möchte trotzdem mit keinem von denen tauschen.

Hier stossen wir 10 Bucutianer auf rund 50 arubanische Studenten im Alter von etwa 16 Jahren. Jetzt geht es los. Jeder bekommt 1 Paar blaue Plastikhandschuhe, sowie grosse schwarze Abfallsäcke à discretion. Auf einem Abschnitt von ein paar hundert Metern scharfkantigen Korallenfelsen liegen Plastikmüll, Petflaschen, Glas, alte Turnschuhe, Stiropor, sogar Kleiderfetzen, so weit das Auge reicht. Es sieht aus, als hätte ein Kreuzfahrtschiff seinen ganzen Müll einfach hier abgelagert. Plastik und Kunststoff sehen alt und ausgebleicht aus. Das Plastikzeugs ist so alt, dass es mitunter in der Hand zerfällt, wenn man es aufheben will. Oder er liegt zerschellt in 1000 Teile zerkleinert auf den Korallenfelsen herum. Zwischen all' dem Zivilisationsmüll dann immer auch wieder mal fast etwas skurril eine angespülte Muschel oder ein toter Krebs. In nur gerade einer Stunde sammeln wir 60 Personen einen Müllberg von geschätzten 1,5 Tonnen ein. Dieser Müll komme von Schiffen und Fischerbooten, sagt mir eine Hotelmanagerin des Bucuti, welche sich am Beach Clean-Up beteiligt. Bei hohem Seegang, wie vor 6 Wochen, als Ausläufer des Hurrican Matthew auch Aruba streiften, sei viel Müll an ihre Küsten gespült worden, sagt sie mir.

Wir haben uns auf mindestens einen halben Tag Arbeit eingestellt. Doch nach 1 Stunde ist bereits Schluss. Jetzt haben die Häftlinge wieder einen schönen Ausblick. Und wir das Gefühl etwas Gutes und Sinnvolles getan zu haben. Ein Gruppenfoto zum Schluss. Eine schöne Busfahrt, Brötchen und Getränke, je ein T-Shirt zum Behalten, sowie eine Flasche Champagner aufs Zimmer und zwei Bucuti-Sektgläser zur Erinnerung. Und dies für nur gerade 1 Stunde Arbeit. Wir hätten uns an dieser Aktion auch für viel weniger beteiligt. Denn wir meinen, eine Beach Clean-Up Aktion wie diese, ist eine wirklich gute Sache. Nur schade, dass sich daran nicht mehr Hotelgäste beteiligen.

10. Nov, 2016

Wir sind uns einig. Unsere Gesässhöcker sind solch harte Fahrradsättel, solch schlecht gefederte Mountainbikes und so unebenes und steiniges Gelände einfach nicht mehr gewohnt. Zu Beginn unserer heutigen Fahrradtour weigerten wir uns förmlich uns auf diese Sättel zu setzen. Doch schliesslich blieb uns einfach nichts Anderes übrig. Nach der gestrigen 30 Kilometer langen Tour legen wir heute mit knapp 45 Kilometern noch eine Scheibe drauf. Wir wollen in den Arikok Nationalpark. Genau genommen zum "Natural Pool". Einem von unterschiedlich hohen Felsen nahezu eingeschlossenen Meeresschwimm-becken mit einem Durchmesser von etwa 100 m2.

Die ersten etwa 17 Kilometer bis zum Parkeingang sind geteert. Es geht immer leicht bergauf. Von Südost bläst uns ein starker Wind entgegen. Und wir wissen immer noch nicht so richtig, in welcher Stellung uns das Sitzen am wenigsten schmerzt. Beim Parkeingang haben wir pro Person US$ 11.00 zu bezahlen. Dafür kriegen wir eine Karte mit eingezeichneten Wander- und Fahrwegen, sowie zwei Bändchen fürs Handgelenk. Die nette Parkdame wollte wissen, aus welchem Land wir kämen. Als ich ihr sagte, wir seien Schweizer, meinte sie nur: "Diese Europäer. Die sind verrückt. Keinem anderen und schon gar nicht uns Arubanern kommt es in den Sinn bei dieser Hitze Fahrrad zu fahren." Ich sage ihr nur: "Und genau deshalb bin ich gerne Schweizer. Geboren um ein Wenig verrückt zu sein!" Beide lachen und wir verabschieden uns.

Bereits vor dem Parkeingang überholen uns ganze Karawanen von Quad-Fahrern. Dies müssten dann wohl die bequemen Amis sein, denke ich mir. Dem typischen Bild (Vorur-teil) beleibter Amis entsprachen jedenfalls die meisten. Ab Parkeingang waren für uns die staubigen, steinigen und mitunter felsigen Strassen steil bergauf und runter kaum noch wirklich fahrbar. Gute Mountainbiker, ausgerüstet mit entsprechenden Fahrrädern, würden auf diesen gut 7 Kilometern hin und zurück bestimmt fast Alles fahren können. Doch zu dieser Spezies Bikern gehören wir definitiv nicht. Dafür geniessen wir die Hitze und die staubige Piste doppelt. Nicht einmal die Kakteenbäume spenden wirklich Schatten. Für unsere Mühen werden wir schliesslich mit einem erfrischenden Bad in einem Meerwasser-Natur-Pool mehr als nur entschädigt.

Mit Rückenwind und immer leicht talwärts kommen wir auf unserem Rückweg gut voran. Sicher ist, soviel getrunken wie am heutigen Tag, habe ich seit Langem nicht mehr. Ich komme mir vor wie ein Kamel an der Tränke.

Etwas Besonderes und erst noch Sinnvolles werden wir morgen machen. Darüber berichten wir dann im Anschluss daran.

9. Nov, 2016

Mit einer Gesamtlänge von 30 und einer maximalen Breite von neun Kilometern ist Aruba eine verhältnismässig kleine Insel. Wenn man jedoch bei grosser Hitze, hoher Luftfeuchtigkeit, ungeteerten Strassen und schwierigem Gelände und auch noch mit ins Alter gekommenen, schlechtgefederten Mountainbikes unterwegs ist, erscheint einem diese Insel riesengross. Mit eben-solchen Fahrrädern und bei diesen Tempe-raturen, wo man höchstens Touristen und sicher keine Einheimischen auf Velos sieht, trampeln wir heute von unserem Hotel am Eagle Beach los zum nördlichsten Punkt der Insel. Von dort dann entlang der Ostküste hinunter zur Chapel Alto Vista aus dem Jahre 1952 (s. Foto). An deren Platz stand 1750 die erste katholische Kirche Aruba's. Die Kirche Saint Ann.

In Wikipedia steht geschrieben: "1776 wurde die Gemeinde bedingt durch die Pest aufgegeben. Die überlebenden Gläubigen gaben den Ort Alto Vista auf. In den folgenden Jahrzehnten, in denen die Kirche verlassen war, verfiel die Kirche so sehr, dass nur noch Ruinen übrig blieben." 1952 wurde die Kirche mit Spendengeldern wieder aufgebaut.

Wir sind froh, gibt es bei dieser Kapelle einen kleinen, fahrbaren Kiosk mit Getränken und etwas Schatten. Denn unsere Wasserreserven gehen langsam zu Neige. Mit einem frisch zubereiteten Mangosaft gestärkt, radeln wir die letzten etwa 7 Kilometer von der Ost- zur Westküste zurück zu unserem Hotel.

9. Nov, 2016

Es ist schwül und es ist heiss auf Aruba. Die Luftfeuchtigkeit liegt das ganze Jahr bei +/- 80%. Die Tagestemperaturen be-wegen sich zwischen 30 und 34 Grad im Schatten. Und nachts kühlt es auch kaum ab. Temperaturen unter 26 Grad haben hier selbst nachts Seltenheitswert. So kennt Aruba im Grunde genommen nur eine Jahreszeit - und die heisst Sommer. Entweder mit oder ohne Regen. Die Regenzeit sei von September bis etwa Januar, sagt man uns. Abgesehen davon regne es auch dann meist nur nachts. Von dieser Regenzeit haben wir bisher noch kaum etwas zu spüren bekommen.

Aruba ist mir besonders sympathisch. Nicht etwa wegen des schwülheissen Klimas, sondern wegen der Leute und deren Lebenseinstellung. Die Arubaner fühlen sich glücklich, bekomme ich soeben von einem Hotelkellner bestätigt. Und dies sagen die Arubaner nicht nur. Sie schreiben es sogar auf ihre Autokennzeichen. "One happy Island" steht da geschrieben (s. Foto). So etwas wäre doch nachahmenswert.

Statt wie in unseren Nachrichten nur noch über Krieg und Elend zu berichten, könnten doch Medien und Regierungen dazu übergehen vorwiegend positive Botschaften à la Aruba zu verbreiten. Denn wovon Menschen täglich sprechen und was sie täglich sehen und lesen, das setzt sich in deren Köpfen fest - ob im Guten, wie im Schlechten.

Übrigens:

Speziell ist, Arubaner müssen ihr Autokennzeichen jedes Jahr neu kaufen. So wie wir Schweizer früher unsere Fahrradschilder. Diesem Umstand verdanken wir, dass wir vorgestern ein besonderes Autokennzeichen aus dem Jahre 2014 erstehen konnten. Es trägt die Geburtstagszahl 29.11. Das Geburtstagskind, dem wir nächsten Frühling diese Nummer schwenken werden, weiss bereits Bescheid. Bis dahin begleitet uns diese Nummer noch rund um die Welt.

8. Nov, 2016

Dies ist kein Witz!

Bis heute habe ich geglaubt, wir Alpen-länder hätten das beste Trinkwasser der Welt. So gutes Wasser, wie das Quell-wasser aus unseren Bergen gäbe es nirgendwo auf der Welt. Auf Aruba werden wir nun eines Besseren belehrt.

Auf Aruba gibt es keine Berge. Die höchsten Erhebungen der Insel sehen aus wie grosse Mäusehügel. Der grösste dieser Hügel ist gerade mal 188 Meter hoch. Aruba ist eine ziemlich trockene Insel. Mit Ausnahme von ein paar Palmen in den Parkanagen der Hotels entlang der südwest- und nordwestlichen Küste und vielen "Kakteenbäumen" am rauhen, wilden und felsigen Küstenabschnitt zwischen Nordosten und Südosten der Insel, ist die Vegetation von Aruba mehrheitlich niedrig. Die kleinste Insel der holländischen Antillen ist schmal und lang und misst gerade mal 30 Kilometer in der Länge und maximal 9 Kilometer in der Breite. Viel Grundwasser dürfte daher Aruba kaum haben.

Was Aruba jedoch besitzt, ist die zweitgrösste Entsalzungsanlage der Welt. Damit werden die gut 100'000 Einwohner und die fast 1,5 Millionen Gäste pro Jahr versorgt. Wir können es kaum glauben. Das so gewonnene Wasser ist einzigartig gut. Zum Entsalzen werde das Wasser extrem erhitzt und mit Korallenfilter gereinigt. Danach sei das Wasser zu sauber, weshalb man dem Wasser anschliessend Mineralien zuführen müsse, erklärt man uns in unserem Hotel. Das Wasser mit dem wir duschen, uns waschen und das Wasser, welches wir hier mit Eiswürfeln gekühlt literweise trinken, schmeckt uns ausgezeichnet. Es ist weder mit Ozon durchsetzt noch mit Chlor angereichert. Es schmeckt einfach so, wie man sich gutes Wasser vorstellt.

Ich meine, mit solchen Entsalzungsanlagen müsste man doch eigentlich das Wasserproblem unserer Erde locker lösen können. Denn dort wo es zu wenig Wasser gibt, ist es in der Regel nicht nur trocken, sondern es hat auch viel Sonne. Damit könnte man den Solarstrom gewinnen, um die Entsalzungsanlage zu betreiben. Und anstatt mit Piplines Öl und Gas um die halbe Welt zu pumpen, könnte man doch Piplines bauen um die trockensten Gebiete der Welt mit Wasser zu versorgen. Und Salzwasser haben wir auf unserer Welt mehr als genug (flächenmässig etwa 7 mal mehr, als Land). Wo liegt denn hier das Problem?

Übrigens: Im Bucuti Tara Beach Resort wird zu jedem Essen eisgekühltes Wasser kostenfrei serviert. Es stehen sogar Eiskübel und eisgekühlte Becher im Hotelzimmer und es werden welche am Strand unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Auch hat es auf jeder Etage Eismaschinen, wo man sich bedienen kann.

Wie wir feststellen, trinken im Bucuti Tara sehr viele Gäste EISWASSER. Offenbar schmeckt das Wasser nicht nur uns. Erst wenn um 16.00 Uhr "Happy Hour" eingeläutet wird und es dann sämtliche Getränke zwei Stunden lang zum halben Preis gibt, bevölkern die Bucutianer die Bar.

Prost!