18. Nov, 2016

Brust raus, Bauch rein und Luft anhalten! (Teil 1)

80% Luftfeuchtigkeit, 32 Grad im Schatten, die Sonne brennt, zuviel Gewicht auf den Rippen und der Rücken schmerzt. Als ob dies noch nicht genug wäre, ziehe ich auch noch unser sonnenblumenfarbiges LRE-Laufshirt an, welches selbst bei Minustemperaturen sich immer noch wohlig warm, kratzig und rauh anfühlt. Damit begebe ich mich auf Aruba’s Hotelpromenade zum Laufen.

Zum Glück kennt mich hier keiner. Erinnert mein Laufstil mittlerweile doch eher an schnelles Gehen, als an Laufen. Sicherheitshalber setze ich noch meine verspiegelte Brille auf. Man weiss ja nie, wem man hier alles begegnet.

Etwa zehn Minuten von unserem Hotel entfernt, findet gerade ein grosses Beachtennis-Turnier statt. Eine eher junge und in unseren Breitengraden ziemlich unbekannte Sportart. Beachtennis verbindet Tennis, Badminton und Beachvolleyball miteinander. Gespielt wird mit einem «geloch-ten» Schläger, genannt Paddelschläger, sowie einem zweifarbigen, gelborangen Tennisball.  Das Tennisnetz ist auf 1,70 m Höhe gespannt und das Spielfeld fürs Doppel misst 18 m in der Länge und 9 Meter in der Breite. Gespielt und gezählt wird fast identisch, wie beim richtigen Tennis. Eine tolle Sportart. Junge, fitte und gutaussehende Sportler aus 35 Nationen spielen hier eine ganze Woche lang im schönsten und feinsten Sand, den man sich nur wünschen kann. Habe für einmal keine Zeit diesen Boys und Girls zuzusehen. Bin selber am Sport treiben; bzw. am Laufen, am Schwitzen und irgendwie am mich Herumquälen.

Am schlimmsten ist es für mich, wenn ich so fitten Sportlern wie diesen Beachtennis-Spielern begegne. Denn dann heisst es für mich: Beine nach vorne, Tempo anziehen, Brust raus, Bauch rein und Luft anhalten. Das schaff’ ich gerade mal hundert Meter. Mit bangem Blick schaue ich dann nach vorne. Ein Baum oder eine Häuserecke ist meine Rettung. Was ich dort tue? Anhalten, tüchtig durchatmen und meinem Laufshirt wieder seine natürlich, gewölbte Form zurückgeben.

Doch morgen und übermorgen und überübermorgen werde ich es wieder versuchen! So begleitet mich mein LRE-Laufshirt einmal rund um die Welt. Mal schauen, wo man überall auf dieser Welt auch noch laufen kann.

Übrigens: Immer, wenn ich kaum einen Fuss vor den anderen kriege und ich mich frage: "Wofür tust du das überhaupt?", dann denke ich besonders intensiv an Euch, liebe Laufgemeinde in Ebikon.