16. Nov, 2016

Mit Eduardo auf Safari

Wer Safari hört, der denkt in der Regel an Afrika; an Löwen, Elefanten und andere wilde Tiere. Ganz bestimmt aber nicht an eine kleine Karibikinsel, wie Aruba. Nachdem wir fast die ganze Insel zu Fuss und mit Mountain-bikes erkundet haben, machten wir gestern auch noch eine standesgemässe Schiffstour mit einem Katamaran. Bei der zweistündigen Sunset-Tour wollte ich eigentlich ein paar romantische Fotos vom Sonnenuntergang und der beleuchteten Küste machen. Doch dazu kam ich nicht. Unterhielt ich mich doch fast die ganze Zeit mit Dennis und Sally, einem pensio-nierten Paar aus North Carolina, welches wir vor zwei Tagen im Bucuti kennengelernt haben. K

urz nach dem Wahlsieg von Donald Trump sind wir froh, diesen netten Amerikanern begegnet zu sein, welche unser erschüttertes Bild der USA wieder ein wenig korrigieren helfen. Einmal mehr wird uns bewusst, ein Trampel an der Spitze heisst noch lange nicht, dass alle seine Bürger auch so ticken. Haben wir in Russland und anderen Ländern auf unserer Weltreise auch bereits gesehen. Während wir uns heute auf unsererAruba-Safari begeben, fliegen Dennis und Sally zurück nach Hause. Wahrscheinlich sind sie morgen bereits wieder am Golf spielen. Denn vor ihrem Haus befindet sich gleich ein Golfplatz, den sie mindestens dreimal pro Woche bespielen.

Um 8.30 Uhr werden wir abgeholt. Unser Tourguide und Fahrer heisst Eduardo. Wir sind acht Gäste. Fünf aus Amerika, eine Kanadierin, Marion und ich. Auf der «Ladefläche» hinten sitzen wir einander auf zwei Bänken gegenüber. Zuerst fährt uns Eduardo kreuz und quer durch Oranjestad, der Hauptstadt der Teilautonomen Insel Aruba; am Flughafen Queen Beatrix vorbei in Gegenden, wo sich in der Regel keine Touristen verirren. Denn hier im Südosten der Insel befindet sich der Nerv und die Schaltstelle der Arubaner; einerseits die zweitgrösste Salzwasseraufbereitungsanlage der Welt. Die grösste befindet sich in Katar; dann die einzige Kehrrichtentsorgungs- und Abwasserreinigungsanlage der Insel. Das gereinigte Wasser werde für die Bewässerung der Grünanlagen verwendet, sagt uns Eduardo. Und praktisch am Ende der Südostküste gibt es auch noch eine grosse Ölraffinerie, welche nach einer längeren Stillegung vor Kurzem wieder ihren Betrieb aufgenommen hat.

Ein kurzer Zwischenstop bei einem Supermarkt, dann geht es zum vergnüglichen Teil der Safari. Dem Schwimmen, Schnorcheln und Fische füttern. Dafür fährt uns Eduardo, ein echter Spass-vogel und Humorist (verstehe mich bestens mit ihm), an ein paar der ganz schönen und wenig besuchten Strände im Süd- und Nordosten der Insel. Zum Schluss besuchen wir noch einen uns unbekannten Teil des Arikok-Nationalparks. Von einem Parkwächter lassen wir uns in eine nicht allzu grosse Tropfsteinhöhle führen und uns diese erklären. Danach ein paar Kilometer Naturstrasse, weitere Besuche von herrlichen Küstenabschnitten mit Traumstränden und dann ist die schöne Tour bereits zu Ende. Eine wirklich interessante und empfehlenswerte Safari. Zwar haben wir weder Löwen noch Elefanten, dafür ein paar wilde Ziegen und einen Wildesel gesehen. Wer sich interessiert und sich nicht nur am Strand grillieren lassen will, der wird entdecken, dass Aruba weit mehr, als nur Sonne, Sand und Meer zu bieten hat.