10. Nov, 2016

Im Arikok Nationalpark

Wir sind uns einig. Unsere Gesässhöcker sind solch harte Fahrradsättel, solch schlecht gefederte Mountainbikes und so unebenes und steiniges Gelände einfach nicht mehr gewohnt. Zu Beginn unserer heutigen Fahrradtour weigerten wir uns förmlich uns auf diese Sättel zu setzen. Doch schliesslich blieb uns einfach nichts Anderes übrig. Nach der gestrigen 30 Kilometer langen Tour legen wir heute mit knapp 45 Kilometern noch eine Scheibe drauf. Wir wollen in den Arikok Nationalpark. Genau genommen zum "Natural Pool". Einem von unterschiedlich hohen Felsen nahezu eingeschlossenen Meeresschwimm-becken mit einem Durchmesser von etwa 100 m2.

Die ersten etwa 17 Kilometer bis zum Parkeingang sind geteert. Es geht immer leicht bergauf. Von Südost bläst uns ein starker Wind entgegen. Und wir wissen immer noch nicht so richtig, in welcher Stellung uns das Sitzen am wenigsten schmerzt. Beim Parkeingang haben wir pro Person US$ 11.00 zu bezahlen. Dafür kriegen wir eine Karte mit eingezeichneten Wander- und Fahrwegen, sowie zwei Bändchen fürs Handgelenk. Die nette Parkdame wollte wissen, aus welchem Land wir kämen. Als ich ihr sagte, wir seien Schweizer, meinte sie nur: "Diese Europäer. Die sind verrückt. Keinem anderen und schon gar nicht uns Arubanern kommt es in den Sinn bei dieser Hitze Fahrrad zu fahren." Ich sage ihr nur: "Und genau deshalb bin ich gerne Schweizer. Geboren um ein Wenig verrückt zu sein!" Beide lachen und wir verabschieden uns.

Bereits vor dem Parkeingang überholen uns ganze Karawanen von Quad-Fahrern. Dies müssten dann wohl die bequemen Amis sein, denke ich mir. Dem typischen Bild (Vorur-teil) beleibter Amis entsprachen jedenfalls die meisten. Ab Parkeingang waren für uns die staubigen, steinigen und mitunter felsigen Strassen steil bergauf und runter kaum noch wirklich fahrbar. Gute Mountainbiker, ausgerüstet mit entsprechenden Fahrrädern, würden auf diesen gut 7 Kilometern hin und zurück bestimmt fast Alles fahren können. Doch zu dieser Spezies Bikern gehören wir definitiv nicht. Dafür geniessen wir die Hitze und die staubige Piste doppelt. Nicht einmal die Kakteenbäume spenden wirklich Schatten. Für unsere Mühen werden wir schliesslich mit einem erfrischenden Bad in einem Meerwasser-Natur-Pool mehr als nur entschädigt.

Mit Rückenwind und immer leicht talwärts kommen wir auf unserem Rückweg gut voran. Sicher ist, soviel getrunken wie am heutigen Tag, habe ich seit Langem nicht mehr. Ich komme mir vor wie ein Kamel an der Tränke.

Etwas Besonderes und erst noch Sinnvolles werden wir morgen machen. Darüber berichten wir dann im Anschluss daran.