19. Dez, 2016

Der Himmel meint es gut mit mir!

Seit einem halben Jahr soll es in El Calafate nicht mehr geregnet haben, sagt man uns. Dort, wo nicht gewässert wird, sieht es auch entsprechend aus. Mit Tank-Spritzwagen, ähnlich unserer Strassenreinigungsmaschinen, werden die Rabatten entlang der Strassen bewässert. An Wasser würde es grundsätzlich nicht mangeln. El Calafate liegt am riesigen Gletschersee Lago Argentino. Dieser See wird mit Gletscherwasser u.a. vom Perito Moreno Gletscher gespiesen. Laut Wikipedia hat er eine Fläche von 1'466 km2, was etwa der dreifachen Fläche des Bodensees entspricht.

Verantwortlich für die grosse Trockenheit entlang der Andenostseite Patagoniens sind nicht nur die geringen Niederschläge, sondern auch der unangenehme, kalte, bis warme, jedoch meist sehr trockene Fallwind, der von den chilenischen Anden im Westen über die Steppen Argentiniens bläst. Der Wind kann mit einem stetig wehenden, starken Föhnsturm oder dem Mistral Frankreichs verglichen werden. 

Bei solch’ trockenem Wetter ist wandern angesagt. Eigentlich habe ich gar keine Zeit zum Wandern. Es warten noch so viele Berichte und Fotos aus der Antarktis darauf, webseitentauglich gemacht und auf unsere Homepage gestellt zu werden. Und wenn ich nicht am Tage dazu komme, dann muss ich dies nachts tun, wenn Marion bereits längst schläft. Und am Morgen, wenn sie zwischen 08.00 und 09.00 Uhr aufsteht, bin ich in der Regel auch schon zwei bis drei Stunden am Arbeiten.

Wie schätze ich doch ab und zu mal schlechtes Wetter. Als ob der Himmel mit El Calafate und mir erbarmen gehabt hätte, regnet es am 18. und 19. Dezember fast die ganze Zeit und dies erst noch relativ stark. In El Calafate rinnen ganze Bäche die Strassen hinunter. Und ich komme für einmal um Nachtarbeit herum.