24. Nov, 2016

Whale watching!

Der perfekte Tag. So lässt sich der heutige Tag kurz und bündig zusammenfassen. Das Wetter stimmt. Der Wind kommt von Norden. Es ist den ganzen Tag wolkenlos und rund 30 Grad warm. Wir dürfen heute mit gut und gerne 13 Stunden Sonne rechnen. Das Meer ist fast ruhig. Und dann sehen wir ihn nicht nur - den südlichen Glattwal. Ein Männchen vollführt sogar eine richtige Showeinlage mit Sprüngen und Flossenklatschen.

Der südliche Glattwal oder auch Südkaper genannt, wird bis zu 18 Meter lang und 80 Tonnen schwer. Er gehört zu den Grossen unter den Walen. Als Bartenwal verspeist der südliche Glattwal vor allem Krill (Kleinstkrebse). Im Südwinter; d.h. von etwa Mai bis November ziehen die Süd-kaper von der Südpolargegend in Richtung Norden. In den seichten und geschützten Buchten der Halbinsel Valdès bringen Südkaper ihre Jungen zur Welt.

Um 11.30 Uhr starten wir mit unserem Boot. Etwa 15 bis 20 Gäste sind mit dabei. An Bord hören wir ganz unterschiedliche Sprachen; nebst Spanisch u.a. auch Französisch. Gesprochen und erklärt wird an Bord jedoch nur auf spanisch. Wir verstehen zwar kaum etwas. Doch das stört uns nicht. Die Sprache der Begeisterung ist international und versteht sowieso jeder. Zuerst dauert es rund zwanzig Minuten, bis wir dem ersten Glattwal begegnen. Ein grosses Muttertier mit einem Jungen. Beide schwimmen längere Zeit an der Wasseroberfläche, tauchen kurz ab um dann erneut aufzutauchen, auszublasen und Luft zu holen. Wir schauen dem Treiben etwa eine Stunde lang zu, bis dann plötzlich Betrieb entsteht. Ein Männchen taucht auf und vollzieht wahre Luft-sprünge; macht Pirouetten; klatscht mit seinen Flossen aufs Wasser. Und dies gleich mehrere Male. Bei diesem Anblick schlägt das Herz eines jeden Fotografen höher. Nur die grosse Lotterie: Wo taucht der Wal das nächste Mal auf? Und stimmt dann meine Kameraeinstellung? Schliesslich gelingen mir ein paar ganz nette Fotos, die sich auf jeden Fall zeigen lassen.

Knapp zwei Stunden und die Show ist zu Ende und wir wieder an Land. Die 1'150 Pesos (rund 65 Euros) pro Person waren diese Walbeobachtungstour unbedingt wert. Hätte mir zu Beginn der Tour jemand gesagt, dass wir in den Genuss von springenden Walen kommen würden, dann wäre mir diese Tour noch mehr als 65 Euros Wert gewesen.

Am Nachmittag besuchen wir dann noch eine Seelöwen-Kolonie. Leider kommt man auch hier nicht wirklich Nahe an die Tiere. Es gibt ein paar Aussichtspunkte und kleinere Wandermöglich-keiten. An die Küsten und Strände, wo die Seelöwen und See-Elefanten liegen darf man nicht. Das ist zwar schade, stört mich aber nicht. Hatten wir doch heute mit den springenden Walen mehr als nur eine Attraktion. Und dies erst noch näher, als Seelöwen und See-Elefanten zusammen.

Den Abend lassen wir mit einem Bier und Meeresfrüchten so richtig gemütlich ausklingen.