27. Dez, 2016

Wenn Du nicht gerade ein überzeugter Ve-getarier bist, jedoch eine Reise nach Argen-tinien unternimmst, dann musst Du unbedingt argentinisches Rindfleisch versuchen. Das Fleisch ist der Hammer! Kommt von Rindern, welche draussen in der Steppe, meist auf gi-gantischen Farmen leben. Bis diese Rinder das Zeitliche segnen, dürften sie es also wirklich guthaben. Und deren Fleisch - mit etwas Fett durchsetzt – ist weltbekannt. Es ist so gut, dass es auf der Zunge vergeht.

Ich gestehe, ich bin ein «Fleischtiger». Wenn ich ein gutes Stück Fleisch – sagen wir mal ein Sir-loinsteak von 300 bis 400 Gramm gegrillt (medium oder leicht blutend) bekomme, dann kann ich auf sämtliche Beilagen getrost verzichten. Hier in Argentinien bin ich so richtig auf meine Rech-nung gekommen. Und betreffend Fische haben die Argentinier im Süden Patagoniens auch noch etwas ähnlich Feines zu bieten. Den Merluza negra - zu deutsch: «Schwarzer Seehecht». Er ist ein Vertreter der Antarktisdorsche und gehört somit zu den Barschartigen. Mit den Seehechten sei er nicht verwandt, wie ich Wikipedia entnehmen kann. Der Merluza negra werde maximal zwei Meter lang und lebe vor allem in den Gewässern rund um die Antarktis, vor den Küsten Chiles und Patagoniens in Tiefen von 300 bis 3500 Metern.

Auf Empfehlung haben wir in Ushuaia und dann noch einmal in El Calafate Merluza negra geges-sen. Und dieser Fisch überzeugt - und wie! Ähnlich, wie ein argentinisches Sirloin-Rind-Steak, ver-geht dieser Fisch förmlich auf der Zunge. Er ist sowas von zart, ohne Gräten (weil Steak) und mit einer ganz feinen Fisch-Note (kein aufdringlicher Fischgeruch, wie man es von Meeresfischen häufig gewohnt ist). Wenn es Dich einmal nach Südpatagonien zieht, dann solltest Du unbedingt auch Merluza negra versuchen. Aber Achtung, nicht erschrecken! Dieser Fisch kostet in einem guten Restaurant seinen Preis!

Und jetzt noch dies! Nachdem wir im Süden Patagoniens viele leckere Speisen ausprobiert hat-ten, wollten wir an Weihnachten, den 25.12. - kurz nachdem wir von einer ganztägigen Busfahrt (von Los Antiguos kommend) in San Carlos de Bariloche angekommen waren, einmal wissen, wie die Argentinier eine Schweizerspezialität – genannt Fondue – interpretieren (s. Foto). Auf diesem Foto haben wir gelacht - aber auch nur, weil wir ein nettes Foto wollten.

Vorausschicken müssen wir noch, San Carlos de Bariloche, das Winterski- und -sportgebiet der Argentinier schlechthin, liegt mitten in den Bergen an einem sehr grossen See. Die Berghänge sind voller Kiefernwälder. Von der Landschaft her könnte San Carlos de Bariloche ebensogut in unseren Alpen liegen. Kein Wunder, dass sich hier in den 60er Jahren Schweizer niedergelassen haben. Diese haben dann auch die einen oder anderen Schweizerspezialitäten nach Argentinien gebracht. Langer Rede kurzer Sinn:

Wir checken in unserem Hotel ein und begeben uns kurz danach mit mehr oder weniger grossem Hunger - Marion nicht so sehr, wie ich – ins nächstbeste Restaurant, auf dessen Speisekarten ver-schiedene Fondues angepriesen wurden. U.a. auch ein «Fondue al queso suizo». Zeit, um auch einmal so etwas auszuprobieren, dachten wir uns. Doch viel von diesem Fondue al queso suizo haben wir schliesslich nicht gegessen.

Was unserem Schweizer Fondue noch am Nächsten kam, war das Rechaud (die Fondue Pfanne) und die Fonduegabeln. Der Käse schmeckte nach irgend etwas, jedoch nicht nach einem Käse, den wir aus der Schweiz nur annähernd kennen. Sämig wurde der Käse auch nicht und Weisswein oder Kirsch fehlte dem Fondue auch. Als Brot gab es in Würfel getoastetes Weissbrot – entweder ohne oder mit Kräutergewürzen. Dazu einen Teller mit Wursträdchen und heissen Kartoffelkro-ketten. Die Einheimischen mögen sich ja an ein solches Fondue gewöhnt haben. Mit einem feinen Schweizer Käsefondue hat dies aber herzlich wenig zu tun. Bereits beim ersten Bissen schwor ich mir. Das nächste Mal gibt es wieder ein leckeres, saftiges Rindssteak.  - Das war gestern.

Und was machen wir heute abend? Wir steuern ins älteste Restaurant von San Carlos de Barilo-che. Gegründet 1961 von einem Schweizer Auswanderer. Keine Sorge. Fondue essen wir heute keines. Dafür aber Gulasch mit Spätzle. Der Schweizer soll dieses Restaurant schon vor Jahren an Argentinier verkauft haben, erfahren wir kurz nachdem wir unsere Bestellung aufgegeben hat-ten. Ich bekomme ein etwas komisches Gefühl in der Magengegend. Was ist, wenn dies zu einem ähnlichen «Reinfall» wird, wie das gestrige Fondue? Meine Sorge blieb glücklicherweise unbegründet.

Zwar konnten diese Spätzle nie und nimmer mit denen meiner lieben, österreichischen Schwie-germamma mithalten. Unser Urteil: Spätzle ansprechend gut; Gulasch, zubereitet an einer feinen dunklen Sosse, lecker und vor allem zart.

Fazit: Wer glaubt, im Ausland schmecke Mutters oder Grossmuttersküche ähnlich fein, wie zu Hause, dürfte in der Regel enttäuscht werden.

24. Dez, 2016

Wir hatten uns schon halbwegs damit abge-funden, während unseres Aufenthalts in Los Antiguos keinen der geplanten Ausflüge machen zu können. Zum einen steht Weih-nachten kurz bevor und zum anderen ziehen wir nach zwei Tagen bereits wieder weiter.

Nahuel, ein Mitarbeiter von Chelenco, ein kleiner Reiseveranstalter vor Ort, erklärt uns, die Hochsaison starte erst im Januar, weshalb hier zurzeit nicht gerade viel los sei. Dies ist augenfällig. So sind wir im Hotel Mora nahezu die einzigen Gäste und im Dorf herrscht ähnlich wenig Betrieb.

Also haben wir uns gestern im kleinen Büro von Chelenco eingefunden und uns nach einem möglichen Ausflug erkundigt. Fehlanzeige! Nahuel sagt uns, für den 24.12. habe er keine Gäste. Wir wären die einzigen. Und für alle Ausflüge bräuchte er mindestens fünf bis sechs Personen. Doch dann sagt er uns schliesslich, er würde uns privat mit seinem Auto zu den Cuevas de las Manos (Höhlen der Hände) fahren. Preis: 1‘500 Pesos (ca. US$ 100.00) pro Person. Wir sagen sofort zu. Denn erstens liegt dieser Preis unwesentlich über dem Gruppentarif und zum zweiten sind wir genau wegen diesen Höhlenmalereien hier.

Am heutigen Weihnachtstag holt uns Nahuel gegen 07.30 Uhr mit seinem kleinen Ford vor un-serem Hotel ab. Das Schöne und etwas, was in Argentinien nach wie vor nicht selbstverständlich ist, Nahuel spricht ein ganz ordentliches Englisch. Auf der langen Anreise von rund 180 Kilome-tern erzählt er uns viel über die Gegend von Los Antiguos und auch das eine oder andere über die Höhlen und Höhlenmalereien, welche wir im Pinturas-Tal sehen würden.

Los Antiguos liegt am Lago Buenos Aires in einer von Gletschern ausgewaschenen Senke, auf rund 200 Metern über Meer. Als sich der Gletscher vor Hundertausenden von Jahren zurückzog, hinterliess er an seinen Rändern hohe Moränen und in der Senke den Lagos Buenos Aires. Der Lago Buenos Aires liegt zu einem rechten Teil auf chilenischer und zu einem anderen ebenfalls grossen Teil auf argentinischer Seite. Seine Gesamtlänge soll über 160 Kilometer betragen. Dies bei einer maximalen Tiefe von 590 Metern.

Von Los Antiguos folgen wir zuerst der Ruta 41 nach Perito Moreno (gleichnamiger Ort, wie der berühmte Gletscher, jedoch mehr als 1000 Kilometer davon entfernt). Dort biegen wir auf die Ruta 40 ab und später auf eine 28 Kilometer lange Schotterstrasse. Die Landschaft ist steppen-artig, sehr trocken und die Böden sandig und lehmig. Kein Gras weit und breit; nur niedrige Stauden und dazwischen ab und zu mal etwas Blühendes. Regen gäbe es in dieser Gegend nur sehr selten. Und wenn, dann auch nur spärlich. Langsam verändert sich die Landschaft. Wir queren Schluchten, bis wir 163 km südlich von Perito Moreno zu einer eindrucksvollen Schlucht kommen, in welcher der Rio Pinturas fliesst. Zur Zeit ist der Pinturas bloss ein Rinnsal. Grund: zu wenig Schnee und Niederschläge im letzten Winter, sagt uns Nathalia, unsere Führerin der nächsten eineinhalb Stunden.

Beim Besucherzentrum bezahlen wir pro Person 200 Pesos (ca. 12 US$) Eintritt. Um 11.00 Uhr bekommen wir dann mangels anderer Gäste eine Privatführung mit Nathalia. Nathalia erzählt, sie sei hier seit 8 Jahren Volontärin. Sie helfe den Forschern bei ihrer Arbeit und führe Gäste durch die Schlucht. Auf einem schön angelegten, auf 90 Metern über dem Tal gelegenen Felsenweg, wie richtige Forscher mit einem weissen Helm auf dem Kopf, folgen wir Nathalia.  Bis ans Ende des markierten und begehbaren Weges sind es vielleicht ein Kilometer. Nathalia kann uns sehr viel über das frühere Leben der Nomaden erzählen; auch wie der Stand der Forschung aussieht. Betreffend Felszeichnungen sagt uns Nathalia aber auch, die Forschung hätte mehr offene Fragen, als Antworten. So habe man bei diesen Höhlen keine Knochen oder Skelette von diesen Urbewohnern gefunden. Dies gäbe der Forschung grosse Rätsel auf.

Schon bald erscheinen die ersten Höhlen. Es sind dies mehr Felsvorsprünge, als Höhlen. Doch ge-nau diese Felsvorsprünge hätten die Wandmalereien vor der Verwitterung geschützt, erklärt uns Nathalia. Die ältesten Malereien seien mindestens 9‘000 und die jüngsten ca. 5‘000 Jahre alt. In den Höhlen hätten Nomaden der Tehuelche und deren Vorfahren gelebt, sagt uns Nathalia. Was uns diese Nomaden zurückgelassen haben, sind nicht nur Wandmalereien, sondern eine fantas-tische Reise in die Vergangenheit.

Die Cuevas de las Manos wurden im Jahre 1999 auf die Unesco-Liste des Welt-Kulturerbes ge-setzt. Berühmtheit haben die Cuevas vor allem durch die unzähligen Handabdrücke erlangt, wel-che in einer Art Airbrushtechnik angefertigt wurden. Nathalia erzählt uns, man habe am Fusse der Felsen Werkzeuge, wie (Hohl-)Knochen gefunden, mit denen die Nomaden Farbpigmente an die Felsen geblasen hätten. Speziell ist, an den Felsen finden sich nur ganz wenig rechte Hände. Die Nomaden hielten wohl die linke Hand an den Felsen, während sie die rechte Hand brauchten um das Airbrushstück (Hohlknochen eines erlegten Tieres) an den Mund zu halten und zu bedie-nen - ähnlich eines Blasrohrs. Dies wiederum lässt den Schluss nahe, dass die Mehrheit der No-maden Rechtshänder gewesen sein mussten. Die Forschung habe herausgefunden, die verwen-deten Farben, wie schwarz, ocker oder rot, würden aus unterschiedlichen Epochen stammen, erklärt uns Nathalia. Hergestellt seien die Farben primär aus zerriebenen Mineralien, vermischt mit Blut von erlegten Tieren oder anderen Stoffen. In den Cuevas de las Manos bestaunen wir nebst Handabdrücken in Airbrushtechnik, auch Jagdszenen, sowie abstrakte, modern wirkende Motive.

Diese fantastische Schlucht, welche eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Grand Canyon aufweist, inmitten der patagonischen Steppe; dieser grüne Talboden und der Kontrast zu den roten Felsen und die vielen, einzigartigen Felszeichnungen, versetzen uns für einen Moment tief in die Ur-geschichte der Menschheit.

Wenn Du also an der nächsten Fasnacht Dein Gesicht airbrushen lässt, oder Du Bilder in Airbrush-technik siehst, dann denke stets daran, diese Technik beherrschten unsere Vorfahren schon vor mehr als 9'000 Jahren auf wunderbare Art und Weise. Airbrush ist also keine Erfindung unserer Neuzeit!

23. Dez, 2016

In Patagonien ist es trotz Sommeranfang vielerorts immer noch kühl. Ein bedeckter Himmel und die starken, von den Anden her wehenden Westwinde tragen viel dazu bei, dass man sich auf der argentinischen Seite Patagoniens selbst im Sommer gerne warm anzieht. Nicht so in Los Antiguos.   

Los Antiguos ist eine Kleinstadt mit rund 2'000 Einwohnern. Sie liegt an der Ruta 41, am 2'240 Quadratkilometer grossen, argentinisch-chileni-schen Grenzsee Lago Buenos Aires zwischen El Calafate und San Carlos de Bariloche. Der Lago Buenos Aires ist nach dem Titicacasee der zweitgrösste See in den Anden. Heute morgen sind wir von El Chaltén mit dem Nachtbus der Gesellschaft Marga in Los Antiguos angekommen. Was wir als Erstes feststellen, wir können unsere warmen Fliesjacken, welche wir in El Chaltén noch dring-end brauchten, wieder einpacken. Denn das Tal in dem Los Antiguos liegt, hat ein für Patagonien mildes Mikroklima. Hier werden feinstes Obst und saftige Beeren kultiviert.

Unter dem Obst dominieren in Los Antiguos vor allem Kirschen. Und jedes Jahr in der Weih-nachtszeit ist Erntezeit. Da kommen wir gerade richtig. Und zu halten sind wir auch nicht mehr. Bei einem Bauern decken wir uns mit grossen, knackigen Herzkirschen ein. Kaum haben wir den Hof verlassen, haben wir bereits das erste halbe Kilogramm weggeputzt. Also besuchen wir nach dem Mittagessen einen weiteren Bauern, bzw. eine Bäuerin, welche, wie könnte es anders sein, ebenfalls Kirschen verkauft. Der Preis für ein Kilogramm beläuft sich einheitlich auf 50 Pesos. Dies entspricht umgerechnet rund 3 Franken, bzw. 3 Euro. Die Bäuerin erklärt uns, dass sie in den na-hen Bergen 1'500 Kirschbäume kultiviert. Es sind dies alles Niederstammbäume, wie wir unlängst festgestellt haben. Diese 1500 Bäume würden zusammen einen Ertrag von 8 Tonnen ergeben, sagt sie uns. Und weil uns ihre Kirschen besonders interessieren und wir nicht bloss kaufen und gehen wollen, lässt uns die Bäuerin gleich ab Baum verschiedene Sorten probieren. Die Namen konnte ich mir nicht behalten – den feinen, süssen Geschmack der Kirschen jedoch schon. Wir decken uns nochmals mit einem halben Kilogramm schwarzer Riesenkirschen ein. Ich glaube, sie hat uns für 25 Pesos ein gutes Stück mehr eingepackt, als nur 500 Gramm. Wir schauen der Bäu-erin noch kurz zu, wie sie Kirschen abwägt und für den Versand bereitmacht; bedanken uns und wünschen Ihr schöne Weihnachten und ein gutes Neues Jahr. Ist das nicht schön! An Weihnach-ten frische, knackige und süsse Kirschen frisch vom Baum essen – und gleichzeitig kein schlechtes Gewissen zu haben, weil wir teure, um den halben Globus gereiste Importware verzehren. Ein-fach lecker! Los Antiguos, der argentinischen Hauptstadt des Kirschanbaus sei Dank!

Übrigens: solltest Du in der Weihnachtszeit irgendwo in der Schweiz frische Kirschen kaufen, dann könnte es gut sein, dass diese von Los Antiguos (Argentinien) stammen. Wie uns nämlich Leute im Dorf bestätigen, würden Kirschen von Los Antiguos auch in die Schweiz exportiert.  

22. Dez, 2016

In der Nacht regnete es weiter. Bis am Mittag bleibt es grau und trüb. In den Bergen hängen die Wolken so tief, dass es dort auch am Mor-gen wieder zu Regenschauern kommt. D.h. Bergwandern kommt für uns bis am Mittag nicht in Frage. Am Nachmittag reist dann der Himmel zusehends auf. Marion macht sich noch auf eine kleinere Wanderung in Richtung Laguna Torre. Ich bearbeite weiter Fotos und schreibe Berichte. Trotz WLAN müssen wir auf Internet verzichten. Der Internetempfang ist nicht nur in unserer Unterkunft, sondern im ganzen Dorf so miserabel, dass wir weder Mails emp-fangen, noch auf unsere Homepage gehen können. Also schreibe ich meine Berichte zuerst im Word und speichere diese für «bessere Zeiten» ab. Gerade, als wir uns um 20.00 Uhr auf unseren Nachtbus nach Los Antiguos aufmachen, reisst der Himmel fast komplett auf. Zum Schluss be-kommen wir wenigstens den Cerro Torre, ein Dreitausender, doch noch in voller Pracht zu sehen (s. Foto)   

21. Dez, 2016

Der heutige Tag ist eigentlich schnell erzählt. Das mässige und stark windige Wetter hält auch heute an. In der Nacht hat es in El Chal-tén immer wieder geregnet. Die umliegenden, höheren Berge haben weisse Kappen bekom-men. Die Wolken hängen so tief, dass es unten im Dorf noch am freundlichsten ist. Wir ent-scheiden uns für eine kürzere, etwa eineinhalb stündige Wanderung zum Aussichtspunkt Los Condores. Der Start der Wanderung beginnt gleich beim Parkeingang (Besucherzentrum).  Von oben hat man einen schönen Blick auf El Chaltén (Foto: Blick auf El Chaltén). Von einem Telefon-gespräch eines jungen Österreichers, der offenbar nach Hause telefonierte, haben wir gestern in einem Restaurant kurz mitbekommen, dass er schon seit mehr als einer Woche in El Chaltén sitzt, Däumchen dreht und auf besseres Wetter hofft. Offenbar ist er nur zum Klettern hier. Denn kurz nach seinem Telefonanruf unterhält er sich mit einem Kletterkollegen, der mit Rucksack und Klet-terseilen ins Restaurant kommt, wo wir zu Abend gegessen haben. Der Österreicher wäre wohl nicht der erste, der von hier unverrichteter Dinge wieder abziehen müsste, weil die Witterung über Wochen einfach keine Kletterei zuliess. Viele der Zweieinhalb- und Dreitausender in dieser Gegend sind sehr oft in Wolken gehüllt, während gleichzeitig sturmartige Winde hochalpine Aktivitäten nur sehr schlecht zulassen. Da sind wir als Wanderer immer noch gut bedient. Und morgen ziehen wir ohnehin weiter Richtung Norden. Unsere nächste Etappe, wo wir übrigens auch Weihnachten verbringen werden, heisst Los Antiguos.