10. Dez, 2016

Enterprise Island und One Island

Heute wollen wir Enterprise Island und Orne Harbour besuchen. Doch aus organisatori-schen Gründen - ein anderes Expeditionsschiff befindet sich gerade in der Gegend von Orne Harbour - entscheidet unsere Expeditionscrew Orne Harbour erst am kommenden Morgen anzusteuern und dafür heute One Island ins Programm aufzunehmen. Eine gute Idee. Denn der heutige Tag zeigt sich für antarkti-sche Verhältnisse zwar schön – weil praktisch windstill – doch dafür stärker bedeckt. Am Morgen machen wir mit Guide Christian und acht deutschsprachigen Gästen eine wunderbare zweistün-dige Cruise mit einem Zodiac in der Wilhelmina Bucht bei Enterprise Island. In der Wilhelmina Bucht soll ein teilweise unter Wasser liegendes Wrack des Walfängerschiffs Guvernoren bei Foyn Harbour liegen. Das 3433 Tonnen schwere Schiff habe 1915 Feuer gefangen und sei dann auf Grund gelaufen um Männer und Vorräte zu retten. Keiner sei dabei gestorben, wird berichtet. Von diesem Wrack sehen wir heute nichts. Zuviel Eis liegt noch in der Wilhelmina Bucht. Dafür ist unsere Zodiac-Cruise mit Christian umso eindrucksvoller. Zwischen Eisschollen und Eisbergen tauchen wir ein in eine vergletscherte, fast unwirtliche Berg- und Gletscherwelt. Eine Krabben-fresserrobbe - heisst so, soll aber den ganzen Tag auch nur Kryll fressen - spielt mit uns; taucht einmal links, dann wieder rechts vom Zodiac aus dem Meer auf, beäugt uns, um eine kurze Zeit später wieder unter unserem Zodiac zu verschwinden (s. Fotoalbum). Am Horizont reisst der Himmel immer wieder auf und es bilden sich unglaubliche Wolkenstimmungen und Wasser-spiegelungen, wie dieses Foto zeigt.

Am Nachmittag landen wir auf One Island, wo einmal mehr grosse Kolonien von Esels- und Zügelpinguinen beim Brüten sind. Auch hier klauen sich Pinguine gegenseitig fleissig Steine von Nachbars Nest. Das wirkt schon fast wie eine sportliche Betätigung. Mit dem Stein zurück beim eigenen Nest stellt man dann häufig fest, dass einem der andere Nachbar in der Zwischenzeit mindestens auch schon einen oder zwei Steine geklaut hat.

Und mit wieviel Druck Pinguine ihr Geschäft verrichten können, darüber soll es sogar Forschungs-arbeiten geben, erklärt mir Michaela. Selber habe ich dies mit einem doch recht gelungenen Foto (1'500stel Sekunde, Blende 7) festgehalten (s. Fotoalbum).