5. Jan, 2017

Geysers El Tatio

Heute morgen heisst es für uns wieder einmal extrem früh aufstehen. Etwas, was wir nicht mehr gewohnt sind. Gegen 04.30 Uhr werden wir vor dem Iorana Tolache abgeholt. Um 05.00 Uhr starten wir mit der Tour. Es ist noch stockdunkel. Heute brauchen wir für einmal warme Kleider. Die Fahrt zum Geysirfeld El Tatio, dem grössten auf der Südhalbkugel und dem drittgrössten weltweit – nur Yellowstone in den USA und Dolina Geiserow in Russland sollen grösser sein - dauert etwa 1,5 Stunden. Dass wir so früh unterwegs sind, hat seinen Grund. Die Geysire mit ihren Wasserfontänen sind am schönsten, solange es noch sehr kalt ist, d.h. nachts und vor Sonnenaufgang. In dieser Kälte dampfen die Geysire so richtig schön. Das bei den Geysiren El Tatio austretende Wasser soll 86 Grad heiss sein, erklärt man uns.

Auf der Fahrt wird im Bus – wie könnte es anders sein – mehrheitlich geschlafen. Bis auf die letz-ten rund zwanzig Kilometern wird unser Bus zum reinsten Rüttelbecher. Wieder einmal nichts für normale Mietautos. Gegen 6.40 Uhr kommen wir an und steigen aus. Der Eintrittspreis ist mit 3'000 Pesos pro Person (umgerechnet Fr. /Euro 5.00) für einmal recht moderat. Wir befinden uns auf über 4'000 Metern über Meer. Die Temperatur beträgt rund 5 Grad unter Null. Zum Glück geht kaum Wind.

Das Geysirfeld ist riesig. Überall brodelt und dampft es. Die Fontänen sind, was deren Höhe be-treffen, jedoch eher bescheiden – maximal zwei bis drei Meter. Zusammen mit den in den Him-mel steigenden Dampfwolken, den Spiegelbildern und dem langsam anbrechenden Tag ist das riesige Geysirfeld jedoch unbedingt ein Besuch wert (s. Fotoalbum). Hier entdecken wir auch noch einen Andenfuchs, der nur darauf wartet bis die Touristen, welche hier frühstücken, mit ihren Bussen wieder abziehen um dann nach Essensresten Ausschau halten zu können. Am Schluss können wir noch rund zwanzig Minuten lang Runden in einem Thermalbecken drehen, um unsere kalten Knochen wieder auf Betriebstemperatur zu bringen. Wer diese Tour bucht, kann sich getrost die hohen Eintrittskosten für die Termas de Puritama sparen. Einen so grossen Mehrgewinn bringen die Termas meines Erachtens auch nicht, dass sie einen Eintritt von Fr. 23.00 rechtfertigen würden.

Auf der Rückfahrt besuchen wir noch Lagunen, ein kleines Dorf, wo wir zum ersten Mal gegrilltes Lamafleisch essen; sehen noch im schönen Morgenlicht Vicuñas (s. Fotoalbum), sowie andere Tiere, wie Chinchilla oder Kaninchen ähnliche und viele Vögel (Fotoalbum Ente im Flug und Sumpfhühner).