4. Jan, 2017

Piedras Rochas, Laguna Miscanti und Laguna Miñiques

Den gestrigen Tag haben wir in San Pedro ver-bracht. Einerseits um erste Fotos und Berichte zu schreiben und diese auf unsere Homepage zu stellen und andererseits um drei Touren zu buchen, welche wir mit unserem Mietauto nicht machen können.

In unserem wirklich idyllisch gelegenen und sehr angenehm ruhigen Hotel Iorana Tolache sind WLAN und Internet häufig schlecht, lang-sam und mühsam. Also habe ich mich gestern wieder einmal zum Schreiben in ein Café am Plaza gesetzt, während Marion auf der Terrasse des Cafés dem Treiben am Plaza zuschaut und einen frischgepressten Orangensaft trinkt.

Im Zentrum von San Pedro gibt es Tour- und Reiseanbieter, fast wie Sand am Meer. Und wie wir feststellen, handelt es sich bei den ausgeschilderten Preisen mehr um Richt- als um Fixpreise. So wird uns beim erstbesten Anbieter gesagt, wenn wir mehrere Touren buchen würden, dann kä-men die einzelnen Touren günstiger. Wir empfehlen daher, stets Preise zu vergleichen und unbe-dingt «Bestpreise» auszuhandeln. Das funktioniert und lohnt sich in San Pedro auf jeden Fall.

Im Reisebüro, wo wir gestern gleich drei Touren gebucht haben, trafen wir einen Chinesen aus Shanghai, namens Deli, der ganz gut deutsch spricht. Wir kamen noch im Reisebüro mit ihm ins Gespräch und wir entschieden uns, dieselben Touren an denselben drei hintereinander folgen-den Tagen zu buchen, wie er.

Um 07.30 Uhr werden wir heute von einem Minibus vor unserem Hotel Iorana Tolache abgeholt. Wir gehören zu den ersten Gästen, sodass wir unsere Sitzplätze noch weitgehend aussuchen kön-nen. Wir belegen gleich die vordersten Plätze. Wie sich später herausstellt, sind dies nicht einmal die besten Plätze. Die Musik ist vorne zu laut und der Windzug der beiden offenen Fenster des Fahrers ist zu gross für mich. Wo ich doch immer noch an einer Erkältung herumlaboriere. Die nächsten beiden Tage wollen wir dann im Bus etwas weiter hinten Platz nehmen. Gegen Schluss steigt dann auch noch Deli zu. Wie er uns erzählt, habe er in Deutschland studiert. Deshalb seine guten Deutschkenntnisse. In Shanghai sei er selber Reiseleiter von deutschsprachigen Gästen. Aktuell gäbe es in China wenig Touristen, sagt uns Deli. Es sei Nebensaison. Deshalb habe er selber Zeit um die Welt zu bereisen.

Wir erzählen ihm, dass wir von Ende September bis Anfang November letzten Jahres China be-reisten. Über unsere eher zwiespältigen Eindrücke vom Land der Mitte reden wir nicht. Und auf seine Aufforderung, wir sollten doch bald wieder nach China kommen, er würde uns dann noch mehr von China zeigen, reagieren wir mit netter, aber äusserster Zurückhaltung. Haben wir doch China für die nächsten Jahre von unserer Traktandenliste gestrichen. Trotzdem, Deli ist ein netter und äusserst mitteilsamer Kerl (s. Foto im Fotoalbum wo Deli Marion als Portraitfotografin enga-gierte).

Die heutige Tour bringt uns zuerst zu uns bereits bekannten Orten, wie dem Oasendorf Toconao und der Laguna Chaxa. Danach fahren wir weiter zum Oasendorf Socaire, welches sich rund 90 Kilometer südöstlich von San Pedro de Atacama befindet. Kurz danach verlassen wir die asphal-tierte Strasse. Ab jetzt sind wir auf unbefestigten, teilweise schwierigen Strassen unterwegs. Der Hauptgrund, weshalb wir diese Tour nicht mit unserem PW gemacht haben, bzw. nicht machen konnten. Als Erstes steuern wir den Salar de Capur an, wo sich die Piedras Rochas, die Roten Stei-ne befinden. Eine herrliche Gegend mit abgewetzten, runden, dunkelroten Felsen, welche sich vom weissen Salzstrand und dem milchigweissen Salzsee herrlich abheben (s. Foto). Nach einem halbstündigen Aufenthalt bei den Piedras Rochas fahren wir auf der Rückfahrt noch zu den bei-den Lagunen Miscanti und Miñiques. Es sind dies schöne Gebirgssalzseen, ohne Zu- und Abfluss. Die beiden Seen werden mehrheitlich unterirdisch mit Wasser aus den beiden Vulkanen Miscanti und Miñiques versorgt. Beide Lagunen sind wunderschön und tiefblau. An den Ufern sehen wir u.a. Vicuñas, die kleinsten Vertreter der vier südamerikanischen Kleinkamelarten (Lama, Alpakka, Guanaco und Vicuña). Gegen 17.00 Uhr sind wir wieder zurück. Die Tour ist empfehlenswert, weil schön und abwechslungsreich. Gleichzeitig sitzt man aber über eine Strecke von total rund 300 Kilometer im Bus. Und nicht zu vergessen, wir waren heute im Altiplano, im Hochland der Anden, auf einer Höhe von gut 4'500 Metern.