2. Jan, 2017

Termas de Puritama

Den heutigen Ausflug zu den Termas de Puri-tama haben wir einmal mehr bewusst auf den Nachmittag verlegt. Nicht wegen des Wetters oder weil man bei den Thermalquellen einen besonders schönen Sonnenuntergang beob-achten könnte, sondern, weil nachmittags und unter der Woche die Eintrittspreise etwas mo-derater sind, als morgens oder an Wochenen-den und Feiertagen.

Weil ein Thermalbad etwas ganz Besonderes und für den Körper Wohltuendes ist und unser Hotelpool leider keine Badewannentemperatur aufweist, machen wir uns heute mit unserem Auto gegen 13.00 Uhr in nordöstlicher Richtung auf den Weg zu den Termas de Puritama. Die Termas befinden sich nur gerade 30 Kilometer von San Pedro entfernt. Die Strasse ist fast bis zu den Termas asphaltiert. Sie steigt stetig an. Ich spüre, wie das Auto zusehends an Kraft verliert. Kurz vor Guatin, einem kleinen Weiler, müssen wir mit dem Auto ein einziges Mal einen kleinen Bach durchqueren. Vor und nach dem Bach ist die Stras-se sandig und mit vielen, tiefen Löchern und Gräben durchzogen. Mit unserem PW müssen wir aufpassen, dass wir nicht aufsetzen oder noch schlimmer, die Frontabdeckung unseres Autos in den Sand graben. Ansonsten ist die Strasse zu den Termas sehr einfach befahrbar. Kurz nach Gua-tin sehen wir links und an den Hängen die mittlerweile seltenen und unter komplettem Natur-schutz stehenden, meterhohen «Kandelaberkakteen» (s. Foto). Vermutlich handelt es sich hier um eine endemische, d.h. um eine nur hier vorkommende Kakteenart. Uns wird gesagt, früher habe man das Kakteenholz dazu verwendet um Dächer und andere Sachen zu bauen. Bis diese Kakteen schliesslich vom Aussterben bedroht waren. Das Dach der Kirche von San Pedro wurde u.a. mit Kakteenholz erbaut. Diese Kandelaberkakteen sollen pro Jahr nur gerade 2 Zentimeter wachsen. Die ältesten Kakteen seien mehrere hundert Jahre alt, wird berichtet. Diese stacheligen Dinger sind schon sehr imposant und eindrücklich. Besonders, wenn sie im schönen Tageslicht, exponiert am Rande einer Schlucht stehen.  

Bei den Termas angekommen, sind wir in zweifacher Hinsicht überrascht. Erstens, wir befinden uns jetzt auf einer Höhe von 3'500 Metern über Meer und zweitens, wir zahlen den «normalen» Touristenpreis, den man auch morgens und an Wochenenden und Feiertagen zu bezahlen hat. Wir erkundigen uns weshalb. Antwort: der 2. Januar gilt auch hier in Chile als Feiertag. Also zah-len wir pro Person 15'000 Pesos. Dies sind stolze Fr./Euro 23.00. Die Termas (s. Fotos im Fotoal-bum) sind wunderschön in einer Schlucht gelegen. Doch wir meinen, für den Preis von Fr./Euro 23.00 bekommen wir selbst in unserer teuren Schweiz klar mehr geboten, als hier. Abgesehen davon, in der Hochsaison wie jetzt, sind die Termas mehr als nur gut besucht. Wir müssen ausser-halb der Termas sogar warten, bis wir in den Park hineinfahren können. Fazit: Wer bereit ist für die Termas viel Geld auszugeben, der sollte wohl eher am frühen Morgen dorthin fahren. Denn die Touranbieter kommen mit all’ ihren Gästen ganz bewusst nicht am Wochenende und auch nicht am Morgen, sondern immer unter der Woche und am Nachmittag, wenn der Eintritt etwa Fr. 10.00 billiger ist. Trotzdem, wir geniessen den Nachmittag in den Termas und begeben uns dann im schönen, spätnachmittäglichen Licht wieder nach Hause.