31. Dez, 2016

Laguna Cejar, Oasendorf Toconao und Laguna Chaxa

Es ist schön und heiss. Laut Wetterbericht sollen die Temperaturen in dieser Gegend nicht mehr als 30 Grad betragen. Doch in diesem riesigen Talkessel auf 2'400 Metern über Meer, wo wir heute kaum Wind haben, fühlt sich die Temperatur weit höher, als 30 Grad an. Und am Rande der leuchtend weis-sen Salzlagunen, welche wir heute besuchen, werden Licht und Wärme zusätzlich reflek-tiert. Hier fühlen wir uns wie in einem gut temperierten Backofen.

Mit unserem Auto machen wir uns auf, die Lagunen Cejar und Chaxa, sowie das Oasendorf Toconao zu besuchen. Wir schalten unser TomTom (Autonavigationsgerät) ein, welches wir von zu Hause aus mitgebracht haben. Für diese Tour bräuchten wir das TomTom aber überhaupt nicht. Die Strassen sind weitgehend asphaltiert. Und überall wo es Abzweigungen zu Lagunen oder anderen touristischen Attraktionen gibt, sind Schilder und gut sichtbare Hinweistafeln am Strassenrand aufgestellt. So finden wir die Laguna Cejar, inmitten der grössten Salzpfanne Chiles, dem Salar de Atacama, bestens. Von der asphaltierten Hauptstrasse geht eine Schotter-, Sand- und Salzpiste etwa 10 Kilometer in die Salzpfanne hinein. Bis vor Kurzem durfte man in der La-guna Cejar noch baden, bzw. wie im Toten Meer sich auf die Wasseroberfläche legen. Der Salz-gehalt in der Lagune soll so hoch sein, dass man kaum untergehen könne, erzählt man uns. Die Lagune sei vorübergehend zum Baden gesperrt. Wieso, können wir nicht genau sagen. Jemand sagte uns, wegen krankmachenden Algen im Wasser. Andere liessen durchblicken, wegen unge-bührlichem Verhalten von Badegästen, welche die sensible Vegetation und Fauna gestört hätten. So können wir an den drei kleineren Lagunen nur kurze Spaziergänge machen. Der Eintritt von etwa Fr./Euro 17.00 pro Person ist selbst für chilenische Verhältnisse sehr hoch.  Als Einstieg in die Landschaft der Atacamawüste sind diese Lagunen sehr schön. So sehen wir u.a. eine Eule (s. Fotoalbum), Wasservögel und in der Ferne auch Flamingos. Doch ich bin mir sicher, für das Gebotene würden wir selbst in unserer teuren Schweiz nicht soviel Eintritt bezahlen.

Nach der Laguna Cejar fahren wir zurück auf die Hauptstrasse (Ruta 27) und von dort weiter in Richtung Südosten, bis zum Oasendorf Toconao. Sehenswert ist hier die Plaza mit altem Kirch-turm und einer Kirche, welche sich auf der gegenüberliegenden Strassenseite befindet. Spannend ist, Kirche und Turm stehen voneinander getrennt. Nach Toconao zweigen wir wieder ab auf eine unbefestigte Strasse, hinein in den Salar de Atacama, zur Laguna Chaxa. Mit etwa Fr./Euro 4.00 nimmt sich der Eintritt weit moderater aus, als bei der Laguna Cejar. Abgesehen davon, sieht man hier die Flamingos viel näher, als bei der Laguna Cejar. So eignet sich meiner Meinung nach die Laguna Chaxa für Vogelbeobachtungen bedeutend besser, als die Laguna Cejar. Hier kann ich u.a. auch einen ganzen Schwarm Flamingos beim Formationsfliegen aufnehmen (s. Foto). Mit vielen Eindrücken und Fotos machen wir uns am späten Nachmittag auf den Rückweg nach San Pedro. Wer für die Atacamawüste wenig Zeit eingeplant hat, könnte diesen Ausflug noch in Richtung Socaire verlängern. Wir tun dies nicht. Verbringen wir doch mit 13 Tagen mehr als genügend Zeit um weitere Gegenden der Atacamawüste zu erkunden.