26. Jan, 2017

Von Hobart zu den Hastings Caves

Heute ist «Australien Day» (australischer Nationalfeiertag). Zusammen mit ihrer er-wachsenen Tochter holt uns Kim um 7 Uhr beim Hotel Wrest Point ab. Kim fährt auch so einen «Kleinlastwagen» wie Dan. Weil heute Australian Day ist, hat Kim unseren Bus mit Wimpeln und Fähnchen geschmückt. Als Ers-tes bekommen wir von Kim «Tatoo’s» (Ab-ziehbildchen), welche wir uns wie echte Au-stralien-Fans auf Arme und Beine kleben.

Wir waren darauf gefasst, dass auf dieser zweitägigen Hobart-Tour auch noch andere Gäste mit-fahren. Doch wir sind einmal mehr die einzigen. Das Wetter spielt heute nicht besonders mit. Es ist stark bewölkt und am Morgen teilweise sogar etwas regnerisch. Doch für die Hauptattraktion der heutigen Tour, den Hastings Caves, spielt das Wetter sowieso eine untergeordnete Rolle.

Von Hobart fahren wir zuerst südwestwärts an Huonville vorbei nach Geeveston, wo wir rund dann Richtung Westen abbiegen und nochmals 30 Kilometer zum «Tahune Forest Air Walk» fah-ren. Eine schön angelegter, rund 600 Meter langer und bis zu 48 Meter über Boden führender Weg führt uns auf einer brückenähnlichen Konstruktion zwischen riesigen «Gum Trees», (Euka-lyptusbäumen) hindurch. Nach einer kurzen Wanderung am Huon River, wo wir noch zweimal «Swinging Bridges» (schwingende Hängebrücken) queren, geht unsere Fahrt weiter via Geeves-ton südwärts nach Dover und dort zuerst zu den Thermal Springs (Thermalquellen) und danach zu den in der Nähe gelegenen Hastings Caves.

Dies ist Australiens grösste, touristisch zugängliche Höhle. Nationalpark-Guides führen einem durch die Tropfsteinhöhle und erzählen viel über deren Entstehung. Das gesamte Höhlensystem soll sage und schreibe 300 Kilometer lang sein. Es sei nur ein kleiner Bruchteil davon erforscht, sagt uns unser Führer. Die Temperaturen in der Höhle lägen ganzjährig bei plus 9 Grad Celsius, erfahren wir weiter. Die Führung auf schön angelegten und gesicherten Wegen dauert rund 45 Minuten. Die Hastings Caves sind äusserst eindrücklich und besonders empfehlenswert.

Zum Abschluss unseres heutigen Tages fahren wir durch eines der grössten Obstanbaugebiete Tasmaniens – das Huon Valley. Angesagt war, dass wir hier frisches Obst aus der Region probie-ren können. Aktuell ist gerade Kirschenzeit. Kennen wir doch bereits aus Argentinien, wo wir in Los Antiguos an Weihnachten feinste Kirschen gleich kiloweise wegputzten. Während wir in Los Antiguos für 1 Kilogramm Kirschen sehr vernünftige Preise von umgerechnet Fr. 3.00 bezahlten, vergeht uns auf Tasmanien das Kirschenessen schnell. Denn hier kosten Kirschen dritter Klasse; d.h. wenig ansehnliche, leicht angegangene, im Supermarkt rund 16 Dollar (etwa SFr. 14.00) pro kg. Für extrem grosse Kirschen erster Klasse müssten wir im Huon Valley und dies direkt ab Hof Preise von 25 Dollar (Fr. 22.50) pro Kilogramm bezahlen. Auch andere einheimische Früchte sind sehr teuer.

Viele reden davon, wie teuer die Schweiz sei. Doch diese waren vermutlich noch nie in Australien. Denn Australien kann - was die Preise anbetrifft - in vielen Belangen mit der Schweiz nicht nur mithalten, sondern ist sogar noch teurer als die Schweiz. Einzig der Treibstoff ist mit umgerech-net ca. Fr. 1.25 pro Liter etwas günstiger als bei uns.

Statt im Huon Valley Kirschen zu kaufen, was wir eigentlich gerne getan hätten, geben wir beim Bauern umgerechnet Fr. 6.00 für ein Kilogramm Aprikosen aus. Wir sagen uns, egal ob Kirschen oder Aprikosen  - ein Kilogramm bleibt schliesslich immer ein Kilogramm.