8. Feb, 2017

Nach einer letzten Nacht auf einem netten Caravanpark, etwa 7 Kilometer vom Flughafen Hobart entfernt, nehmen wir heute Abschied von Tasmanien.

Tasmanien als kleines Australien zu bezeich-nen, ist sicher nicht ganz korrekt. Kann man doch dieser einzigartigen Insel mit dieser «Verkleinerungsform» niemals gerecht wer-den. Dennoch, Tasmanien ist in Vielem so eine Art australische Miniaturausgabe. So lassen sich z.B. viele Pflanzen und Tiere, die man auch auf dem Kontinent üblicherweise sieht, auch auf Tasmanien bestaunen. Und die Menschen hier sind typische Australier – einfach etwas weniger gestresst, als z.B. in Sydney. Die Uhren sollen auf Tasmanien langsamer ticken, als auf dem Kon-tinent. So jedenfalls fühlen sich die Tassies.

Im Gegensatz zum Festland herrscht aber auf Tasmanien das ganze Jahr ein recht mildes Klima. Im Hochsommer (ab Mitte Dezember bis etwa Ende Februar) sind tagsüber Temperaturen zwi-schen 16 und 30 Grad zu erwarten. Grosse klimatische Unterschiede kennt Tasmanien nicht. Das Land verfügt über genügend Frischwasser. Die Wiesen sind meist saftig grün oder goldgelb und die Wälder – besonders im Westen und Südwesten der Insel haben einen urwaldähnlichen Cha-rakter. Diese Wälder sind häufig mit vielen Baumfarnen und riesigen Gum Trees durchsetzt. In den Gärten blühen Blumen, wie z.B. die Agapanthus (Liebeslilie), welche bei uns im Winter vor Frost geschützt werden muss.

Wir waren zwischen dem 18. Januar und dem 8. Februar auf Tasmanien. In dieser Zeit hatten wir sehr viel schönes Wetter. An den Küsten kann es aber häufig stark winden. Und wenn der Wind von Süden, d.h. von der Antarktis kommt, dann kann es sich draussen auch an sonnigen Sommer-tagen frühlingshaft frisch anfühlen.

Die Nationalparks – wir haben mehr als die Hälfte davon besucht – sind äusserst gepflegt und einzigartig schön. In diesen Parks erwarten Dich viele Highlights, eine Vielfalt an Tieren und besonders schöne und schön angelegte Wanderwege. In verschiedenen Büchern wird abgeraten in der australischen Hauptreisezeit (Mitte Dezember bis Ende Januar) nach Tasmanien zu reisen. Wir meinen, wenn Du nicht auf Hotelunterkünfte angewiesen, sondern wie wir, mit einem Cam-per, Wohnwagen oder Wohnmobil unterwegs bist, dann dürftest Du auch in dieser schönsten und wärmsten Jahreszeit Tasmaniens kaum Probleme haben, hier einen Campingplatz mit freien Stellplätzen zu finden.

Wanderer, Naturfreunde, sportliche Biker oder Fischer kommen in Tasmanien auf jeden Fall auf ihre Rechnung. Wir können Dir Tasmanien – gewissermassen als kleiner Geheimtip – unbedingt empfehlen.

6. Feb, 2017

Gestern war wieder einmal so ein seltener Tag auf unserer Weltreise, wo ich viel Zeit zum Schreiben habe. Nach einem einigermassen freundlichen Start in den Tag, wird das Wetter zusehends schlechter, regnerisch und merklich kühler.

Weil das Wetter auf Tasmanien aber schnell wechselt, können wir uns bereits heute wie-der an mehrheitlich sonnigem Wetter erfreu-en. Die Temperaturen bewegen sich am Mor-gen aber immer noch im ziemlich frischen Bereich.

In der Adventure Bay, ganz in der Nähe vom einzigen Caravanpark auf Bruny Island, bietet ein Unternehmen «Bruny Island Cruises» durch. Die dreistündigen, bereits mehrfach ausgezeichnet-en, Schiffstouren (s. Foto) gehen von der Adventure Bay der ganzen Ostküste von Süd Bruny bis hinunter zum südlichsten Punkt der Insel. Bekannt ist die Tour einerseits für imposante Felsfor-mationen, sowie für Walbeobachtungen (dafür ist jetzt jedoch die falsche Jahreszeit), für grosse australische Fur Seal- (Robben-) Kolonien, sowie für viele Meeresvögel, wie z.B. Albatrosse und Shearwaters und Tölpel. Dies wollen wir uns heute nicht entgehen lassen. Die erste Tour startet um 11 Uhr und eine zweite dann um 14 Uhr. Wir entscheiden uns für die Morgentour. Es kom-men einige Touristenbusse vom tasmanischen Festland, sodass heute morgen gleich 4 Boote hin-tereinander starten. Wir setzen uns in einem Boot gleich ganz vorne hin. Dort, wo der Wellenritt ganz besonders gut zu spüren ist. Am Anfang ist das Meer noch sehr ruhig. Je weiter südlich wir jedoch kommen, wird der Wind kräftiger und die Wellen zusehends grösser. Obwohl wir ab und zu an etwas wind- und wellengeschützteren Buchten vorbeikommen, gestaltet sich das Fotogra-fieren und Filmen als recht schwierig. 

Nachdem wir einige Höhlen und das äusserst eindrückliche «Monument» - Dolomitfelsen, welche wie Säulen aus dem Meer herausragen (s. Fotoalbum) - passiert haben, stossen wir im Süden auf eine grosse «Fur Seal-Kolonie» (s. Fotoalbum). Zurück müssen wir dann nicht mehr gegen, son-dern dürfen mit den Wellen reiten.

Diese Bruny Island Cruise können wir sehr empfehlen. Auch wenn der Preis von 135 Dollar pro Person auch nicht gerade wenig ist.

4. Feb, 2017

Ein langer Reisetag steht uns bevor. Von der Nordküste geht es quer durch ganz Tasmanien bis zur Südküste. Ziel: Bruny Island. Dafür le-gen wir heute rund 340 Kilometer zurück. Die Landschaft im Landesinnern ist schön, wild, abwechslungs- und bis zum Great Lake auch ziemlich kurvenreich. Der Great Lake befindet sich fast in der Mitte Tasmaniens. Gleichzeitig dürfte er einer der grössten Seen dieser Insel sein.

Mit einer Fläche von 68'000 Quadratkilometern ist Tasmanien rund 1,7mal so gross, wie die Schweiz. Dabei leben nur gerade 520'000 Menschen auf dieser Insel. Dies sind weniger als 8 Einwohner pro Quadratkilometer. Hinzu kommt, dass mehr als 80% aller Tassies in den drei grossen Städten Hobart, Launceston und Devonport und der Rest irgendwo entlang der Nord-, Süd- und Ostküste lebt. Die Westküste Tasmaniens, sowie ein Grossteil des Landesinnern sind praktisch unbewohnt und mitunter sehr wild. Dies trifft besonders auf den Westen und Süd-westen Tasmaniens zu.

Wir machen heute nirgendwo lange Halt. Wollen wir doch am Nachmittag Kettering erreichen, wo die Fähren nach Bruny Island ablegen. Die Autofähren (s. Foto) verkehren zwischen Kettering und der Insel im Halbstundentakt. Doch wir wissen nicht, wie gross heute Samstag der Andrang ist. Auch wissen wir nicht, wie lange die Schiffe abends fahren.

Um 15.25 Uhr sind wir in Kettering. Als eines der letzten Autos erreichen wir die 15.30 Uhr Fähre, die pünktlich ablegt. Die Überfahrt dauert etwa 15 Minuten. Bis zu unserem Nachtquartier, dem einzigen Caravanpark in der Adventure Bay auf South Bruny Island müssen wir nochmals 40 Kilo-meter zurücklegen. Wir geniessen den heutigen Abend mit einem Strandspaziergang. Es ist wun-derbar schön, warm und wolkenlos. Für morgen ist für einmal etwas schlechteres und kühleres Wetter angesagt.

Die geplanten Ausflüge mit einem Schiff der Küste entlang und zu Fuss im South Bruny National-park verschieben wir. Wir haben drei Nächte auf Bruny Island eingeplant. Bei dem recht schnell wechselnden Wetter ergibt sich sicher noch ein schöner Tag auf der Island. Andernfalls habe ich wieder einmal viel Zeit zum Schreiben.

3. Feb, 2017

Bevor wir unser Quartier abbrechen und wei-terziehen, machen wir zwischen Springlawn Lagune und Meer noch eine kleine Wald- und Dünenwanderung. Auf dem Rückweg, weniger als fünf Meter von den Toiletten unseres Campgrounds entfernt, entdeckt Marion als Erste diese schwarze Schlange. Meine erste Vermutung, eine Black Tiger Snake.

Mit einem Tip liegt man bei tasmanischen Schlangen nie weit daneben. Kann man doch einfach zwischen drei verschiedenen Arten auswählen. 1. Der White-lipped Whipsnake, 2. der Copperhead und 3. der Tiger Snake. Beim flüchtigen Hinsehen kann man Copperhead und Tiger Snake durchaus verwechseln. Können doch beide Arten in ihrer Farbe variabel sein. So ist die typische Färbung der Tiger Snake quergestreift (gebändert). Doch es gibt sie auch in schwarzer Ausführung. Genauso kann die Copperhead kupferfarben bis schwarz sein.

Ich nähere mich der Schlange vorsichtig auf eine Distanz von etwa 1,5 Meter um ein paar schöne Fotos zu machen. Mit diesen Fotos gehe ich ins Visitor Center und zeige diese einer Parkmitar-beiterin. Die bestätigt meine Vermutung. Diese Fotos würden garantiert eine Black Tiger Snake zeigen. Auf der Liste der giftigsten Schlangen dieser Erde figuriert die Black Tiger Snake auf Rang 8. Dies jedenfalls lese ich anschliessend im alles Wissenden Internet. Die Black Tiger Snake werde auf Tasmanien besonders gross, steht in Wikipedia. Gegenüber Menschen zeige sie sich jedoch als eher zurückhaltend und wenig aggressiv. Dennoch, einer Tiger Snake auf ihren Schwanz tre-ten, ist wohl weit weniger ratsam, als einem Wombat auf dessen Füsse.

3. Feb, 2017

Das Schnabeltier ist in Australien und beson-ders auf Tasmanien relativ häufig. Es gehört also nicht zu den vom Aussterben bedrohten Tieren dieser Erde. Dennoch Platypus-Beob-achtungen sind schwierig und es braucht viel Glück dazu. Dies zum einen, weil Schnabel-tiere dämmerungs- und nachtaktiv sind, im Wasser leben und viel Zeit unter Wasser ver-bringen und zum anderen, weil diese Tiere normalerweise sehr scheu sind.

Der Australier von gestern abend hat uns versichert, in Latrobe sei einer der besten Spots, wo man das Schnabeltier beobachten und mit etwas Glück auch am Tage sehen könne. Also machen wir uns heute mittag auf den Weg nach Latrobe an den Mersey River. Ausgangs Latrobe, wo eine Strassenbrücke den Mersey River quert, habe er am frühen Morgen vor vier Tagen gleich drei Platypus beobachten können.

Kurz vor der Brücke, etwa 500 Meter rechter Hand, befindet sich ein Caravanpark. Dort checken wir ein und erkundigen uns, wo und wann man hier Schnabeltiere am besten beobachten kann. Wir machen uns gleich auf den Weg; marschieren den schmalen Flusslauf rauf und runter und schauen um jede Biegung und in jeden Bach, der in den Mersey River fliesst. Sehen tun wir aber kein einziges Schnabeltier. Wir wollen es später und an einem anderen Ort nochmals versuchen.

Marion geht noch kurz ins Dorf etwas einkaufen, als sie zehn Minuten später mit schnellen Schrit-ten zurückkommt und erzählt, in einem kleinen Bach, mitten im Dorf, habe sie ein Platypus auf einem Stein gesehen. Also fahren wir schnurstracks mit unserem Wohnmobil ins Dorf, stellen es ab und siehe da, das Schnabeltier wuselt im am hellichten Tage im seichten Wasser herum und dreht Stein um Stein um, immer auf der Suche nach Würmern, Käfern und Larven. Dabei lässt es sich weder vom Strassenlärm noch von unserer Anwesenheit am Rande des Baches stören.

Ein Schnabeltier so nahe und erst noch am hellichten Tage beobachten zu können, hat absolut Seltenheitswert. Selbst der Australier, der uns diesen Tip gab, hat seine drei Schnabeltiere, wie er mir sagte, morgens um 6 Uhr gesehen.

Übrigens: Latrobe scheint berühmt zu sein für seine Schnabeltiere. Denn exakt dort, wo wir unser Schnabeltier gesichtet haben, hat man das Platypus in einer grossen Metallskulptur (s. Fotoal-bum) verewigt.