28. Mrz, 2017

Zeitreise in die Vergangenheit!

Je länger wir in Myanmar unterwegs sind, desto mehr fühle ich mich auf einer Zeitreise in die Vergangenheit. Zurückversetzt in eine Zeit, als bei uns noch Ochsenkarren die Stras-sen säumten, Maschinen noch mechanisch betrieben wurden, Frauen einfachste Web-stühle aus Holz bedienten und auf deren Köp-fen schwerste Lasten trugen und auch sonst harte körperliche Haus- und Feldarbeiten ver-richteten und Männer Metall mit grossen Hämmern bearbeiteten.

Wir sind in Mandalay. Einer Stadt, welche von 1857 bis 1885 als letzte Hauptstadt des birmani-schen Königreichs diente. Hier führt uns Aung Aung auf eine Reise in unsere eigene Vergangen-heit und gleichzeitige Gegenwart burmesischer Handwerkskunst. Etwas, was es bei uns höchs-tens noch im Freilichtmuseum zu sehen gibt. So schauen wir Menschen zu, welche am Boden sitzend, stunden-, tage- oder sogar wochenlang mit einfachstem Werkzeug Teakholz bearbeiten um daraus filigrane Schnitzarbeiten (s. Foto) oder Buddhastatuen zu fertigen, wie junge Frauen kunstvolle Seidenstick- und Seidenwebarbeiten erstellen, wie auf primitive Art und Weise Bron-zefiguren (Buddhas und Statuen) gegossen werden oder wie Männer mit drei Kilogramm schwe-ren Hämmern aus einem kleinen, 50 Gramm schweren Goldbarren, hauchdünnes Blattgold von unglaublichen 16 Quadratmetern entstehen lassen. Das meiste von diesem Blattgold dürfte in Myanmar schliesslich nur einem einzigen Zweck dienen. Nämlich, irgendwo eine Buddhafigur oder einen Stupa zu einem glänzenden Anbetungsgegenstand werden zu lassen.

Was die Burmesen in ihrem Land herstellen ist äusserst solides und kreatives Handwerk vom Feinsten. Eine Handwerkskunst, welche bei uns längst ausgestorben oder dann zumindest nicht mehr bezahlbar ist.