22. Mrz, 2017

Grosse Unterschiede und Gegensätze

Einen Kulturschock - wie damals vor 26 Jahren, als wir auf unserer ersten Weltreise, direkt aus der Schweiz kommend, Mitten in der Nacht in Bombay, dem heutigen Mumbai (Indien) lan-deten – bleibt uns in Myanmar glücklicherwei-se erspart. Doch der Schritt vom reichen und hochentwickelten Industrieland Australien ins arme und wenig entwickelte Myanmar ist er-heblich, gross und abrupt. Darauf sind wir un-genügend vorbereitet. Obwohl wir es hätten wissen müssen oder zumindest erahnen kön-nen, was uns in Myanmar erwarten dürfte. Kennen wir doch verschiedene umliegende Länder, wie Indien, Thailand, Malaysia, Indonesien und Vietnam aus früheren Reisen recht gut. Doch die meisten dieser Reisen liegen bereits Jahr-zehnte zurück.

Etwas wird uns aber bald klar. In Myanmar, dem grössten südostasiatischen Land mit einer Flä-che von 667'000 km2 (17x die Schweiz oder knapp 2x so gross wie Deutschland) leben ganz un-terschiedliche Menschentypen zusammen. Diese verleihen dem Land ein schwer beschreibbares und dennoch so typisches südostasiatische Flair. Bereits bei unserer Ankunft in Yangon sehen wir einerseits eher hellhäutige Menschen, wie wir. Doch die meisten sind mittel- bis dunkelhäutig, so wie Thailänder oder Inder sind. Und noch etwas fällt auf. Viele Menschen sind eher klein und feingliedrig. 

Wir sind in der heissen Zeit nach Myanmar gekommen. Liess sich auf unserer Weltreise nicht ganz optimal einrichten. Und am Meer ist es zudem auch klar feuchter, als noch in Australien. In Yangon (früher Rangun) werden aktuell zwischen 36 und 40 Grad gemessen. Und am Golf von Bengalen (Thandwe), wo wir nun seit fünf Tagen Badeferien machen, klettert das Thermometer immer noch auf 34 Grad Celsius. Verglichen mit der Schweiz oder Deutschland ist Myanmar mit etwa 77 Einwohnern pro Quadratkilometer (54 Mio. Einwohnern) eher dünnbesiedelt. Dabei spielt sich das Leben weitgehend auf der Strasse ab. A propos Strassen: Als strassenquerende Fussgänger ist man auf Myanmars Strassen ordentlich gefährdet. Kennen wir doch bereits aus China. Und gehupt wird hier wie zu Italiens besten Zeiten.

 

Entdeckt und aufgeschnappt!

Während nach der Kolonialzeit durch die Briten (nach 1948) in Myanmar der Rechtsverkehr ein-geführt wurde, behielt man die Steuerung der Autos bei. So fahren die Burmesen – vermutlich als einziges Volk der Welt – nicht nur rechts, sondern auch mit rechtsgesteuerten Autos.

 

Vorbei sind die Gerüche von Eukalyptusbäumen, gewöhnlichem Strassenverkehr «sauberer Au-tos», kühler Meeresbrise, Fisch-and-Chips-Ständen und Mc Donnald-Restaurants. Hier in Myan-mar riecht es «typisch» asiatisch. Nach Strassenständen, gegartem Allerlei, exotischen Früchten, Fischsuppe, und Fischbrei aus getrocknetem Fisch, vermischt mit weniger feinen und eher streng riechenden, undefinierbaren Düften. Es ist dies die Exotik eines armen Landes mit freundlichen und überhaupt nicht aufdringlichen Menschen. Mit jedem Schritt und mit jedem Atemzug kom-men wir diesen Menschen und ihrer Kultur etwas näher.

Meine Kameraausrüstung habe ich zwar auf Schritt und Tritt dabei. Doch die ersten Tage mache ich nur ganz wenige Fotos. Ich will diese Exotik und das Andersartige zuerst so richtig auf mich wirken lassen. Gut ist, dass wir die Myanmar-Rundreise erst nach unseren Badeferien starten. So haben wir etwas Zeit um uns mit den grossen Unterschieden und Gegensätzen Myanmars anzu-freunden.